Philosophie Jetzt: Veranstaltung am 2.Okt.2011

Hier eine Ankündigung in eigener Sache:

Am 2.Okt.2011 beginne ich mit einer ersten Veranstaltung im Rahmen des Projektes ‚Philosophie Jetzt‘ mit dem aktuellen Titel ‚Unterwegs Wohin?‘

Grundidee ist, die Diskussion aus dem Blog auch in der Öffentlichkeit zu führen und damit  das Umdenken vieler gewohnter Alltagsbegriffe weiter zu unterstützen. Die Veranstaltung findet im

Bistro des Restautant ‚Schnittlik‘ statt

61137 Schöneck

Platz der Republik 2

16:00 – 19:00h

Gedacht ist an einer lockeren Form  von Vortrag, Gespräch, aufgelockert mit eigener experimenteller Musik. Denkbar, dass in Zukunft auch andere aktiv mitwirken durch Texte und Musik. Dies ist jedenfalls ein Anfang. Philosophie ist für uns alle wichtig, nicht nur für ‚Hinterstubendenker’……

Herzliche Grüße,

cagent

PS:  Es deutet alles darauf hin, dass es mir zum ersten Mal gelingt, einen Zusammenhang von ‚Urknall‘ über kosmische Evolution, biologische Evolution 1, biologische Evolution 2 (=Kultur, Technologie) bis hin zu Grundstrukturen von Wissen, Lernen und Werten zu zeichnen. Hätte dies nie für möglich gehalten. Im Nachhinein erscheint es so einfach und man versteht gar nicht, warum man sich nahezu 63 Jahre quälen muss, bis man dahin kommt (kleiner Trost. den anderen geht es auch nicht besser…). Die neue Perspektive hat allerdings etwas ‚Berauschendes‘; die philosophisch-theologischen Kategorien der Vergangenheit wirken da wie ein ’schlechter Traum‘. Andererseits war dies irgendwie als ‚Durchgangsphase‘ unumgänglich. Erkennen funktioniert nur über Blindversuch, Fehler, Korrektur, neuer Versuch… irgendwann hat man dann das Gefühl, jetzt scheint es ‚besser‘ zu sein…bis zur nächsten ‚Verbesserung’…Ohne diese gelegentlichen Blog-Einträge — so einfach und erratisch sie auch im einzelnen sein mögen — wäre dies nie passiert….

PS2: Ja, die Veranstaltung hat stattgefunden. Trotz strahlendem Sommerwetter war der Raum gefüllt und die drei Stunden erwiesen sich als viel zu kurz….Das ruft nach mehr….

Zusammenfassung des Vortrags

 

(1) Der Vortrag wählte als Ausgangspunkt die Position des Dualismus, der fast 2000 Jahre die europäische Philosophie — und auch das übrige Denken — geprägt hatte und selbst heute noch in vielen Kreisen präsent ist: die Gegenübersetzung von Geist und Materie.

 

(2) Es wurde dann in mehreren Schritten gezeigt, wie diese Gegenübersetzung im Lichte des heutigen Wissens nicht nur ‚in sich zusammenfällt‘ sondern mehr noch, einen völlig neuen Denkansatz ermöglicht.

 

(3) Über die Stationen Erde – Sonnensystem – Milchstraße – Universum wurde nicht nur deutlich, dass wir in einer der wenigen ‚bewohnbaren‘ (habitablen) Zonen leben, sondern dass alle bekannte ‚Materie‘ letztlich nichts anderes ist als eine ‚Zustandsform von Energie‘.

 

(4) Anhand der unterschiedlichen komplexen Strukturen wie subatomar Quanten, Atome, Moleküle wurde deutlich, wie es eine Brücke gibt von der Energie zu den kleinsten Bauelementen biologischer Lebensformen im Rahmen der chemischen Evolution. Zwar sind hier bis heute noch nicht alle Abläufe vollständig aufgeklärt, aber der Weg vom Molekül zur Zelle ist zumindest prinzipiell nachvollziehbar.

 

(5) Es wurden grob jene Prozess skizziert, die bei der Selbstreproduktion involviert sind (DNA, mRNA, tRNA, Ribosomenkomplexe….). Sämtliche Prozesse dieser chemischen Informationsmaschinerie basieren ausschließlich auf Molekülen.

 

(6) Die biologische Evolution von den ersten Zellen bis zum homo sapiens wurde stark verkürzend skizziert. Die Rolle des Gehirns in der Steuerung, für das Verhalten, für die Sprache. Die mittlerweile allgemein akzeptierte Out-of-Africa Hypothese, die Abstammung aller heute lebenden Menschen von einer Gruppe von homo sapiens Menschen, die von Ostafrika aus vor ca. -70.000 über Arabien, Persien, Indien Australien bevölkerten, Asien und ab ca. -45000 Europa. Später auch Nord- und Südamerika.

 

(7) Es wurde kurz erklärt wie der ‚Wissensmechanismus‘ hinter der biologischen Evolution funktioniert, die — obgleich vollständig ‚blind‘ — innerhalb von ca. 3.7 Mrd. Jahren hochkomplexe Organismen hervorgebracht hat. Die ‚Logik‘ dahinter ist ein gigantischer Suchprozess über die möglichen ökologischen Nischen, deren Feedbackmechanismus ausschließlich im Modus des ‚Überlebens‘ gegeben war. Das konnte nur funktionieren, weil beständig Milliarden von ‚Experimenten‘ gleichzeitig ausgeführt wurden. Evolution heißt ‚aktiv mit dem Unbekannten spielen‘ mit dem Risiko, unter zu gehen; aber dieses Risiko war — und ist — die einzige ‚Versicherung‘, letztlich doch zu überleben.

 

(8) Es wurde dann die Besonderheit des Gehirns erläutert, warum und wie Gehirnzellen in der Lage sind, Signale zu verarbeiten. Es wurden die chemischen Prozesse geschildert, die diesen Prozessen zugrunde liegen und dann, wie sich diese komplexen chemischen Prozesse heute technisch viel einfacher realisieren lassen. Es wurde ferner erklärt, warum ein Computer das Verhalten eines Gehirns simulieren kann. Zugleich wurde aber auch deutlich gemacht, dass die Simulation mittels eines Computers keine vollständige Berechenbarkeit impliziert, im Gegenteil, wir wissen, dass ein Gehirn — real oder simuliert — grundsätzlich nicht entscheidbar ist (Goedel, Turing).

 

(9) Es wurde weiter erläutert, wie sich die Informationsverarbeitung eines Gehirns von der DNA-basierten Informationstechnologie unterscheidet. Neben Details wie Gedächtnisstrukturen, Bewusstsein – Unbewusstsein, Sprache, Abstraktionen, Planen, usw. wurde deutlich gemacht, dass die Informationseinheiten eines Gehirns (Meme) permanent durch das Verhalten eines Organismus modifiziert werden können. Im Zusammenwirken von Gehirn und Sprache ist das biologische Leben nun im Stande, komplexe Modelle des Lebens versuchsweise zu entwickeln, die in Verbindung mit Genetik den Entwicklungsprozess biologischer Strukturen extrem beschleunigen könnten. Mit Blick auf die drohenden Faktoren der Lebenszerstörung wie Sonnenerwärmung, Zusammenstoß mit der Galaxie Andromeda in ca. 2-4 Mrd Jahren — um nur einige Faktoren zu nennen — kann diese Beschleunigung des Entwicklungsprozesses von Leben von Interesse sein.

 

(10) Hier endete die Sitzung mit dem vielfachen Wunsch, den Diskurs fort zu setzen, speziell mit Blick auf die sich neu stellenden ethischen und praktischen Lebensfragen.

2 Gedanken zu „Philosophie Jetzt: Veranstaltung am 2.Okt.2011

  1. Nur kurz zu einem Punkt: vielleicht sollte man beachten, dass der Dualismus ‚Materie – Geist‘ nicht zu verwechseln ist mit der Tatsache von unterschiedlichen Energieniveaus. Frei verfügbare Energie aufgrund unterschiedlicher Energieniveaus scheint die Voraussetzung dafür zu sein, dass sich ’spontan‘ lokal ‚biologische Strukturen‘ organisieren können, die zeitlich begrenzt immer komplexere Strukturen organisieren können, die zu immer komplexeren Informationsleistungen fähig werden, die u.a. Phänomene wie ‚Bewusstsein‘ und ‚Sprache‘ einschließen. ‚Materie – Geist‘ sind demgegenüber sehr alte Begriffe aus einem — eher subjektorientierten — erkenntnistheoretischen Kontext, mit denen unterschiedliche Phänomenmengen assoziiert wurden, die im späteren Verlauf ganz neu interpretiert werden konnten. Die alte Bedeutung der Begriffe ‚Materie – Geist‘ hat sich damit ‚überlebt‘. Andererseits scheint der Transformationsprozeß der alten zu den neuen Bedeutungen in der aktuellen Lebenswelt noch nicht wirklich vollzogen worden zu sein. Diese Begriffe werden immer noch benutzt und die wenigsten scheinen in der Lage zu sein, sie auf das neue Weltbild beziehen zu können. Dazu kommt, dass das neue Weltbild für alle radikal neu ist, weil es so vorher noch niemals da war. In einer solchen Situation ist es schwer, zu guten neuen Begriffen zu kommen. Vermutlich hilft nur, immer wieder mit neuen Begriffen Redeübungen anzustellen…

  2. Hi!

    Ich versuche jetzt einfach mal, hier einen kleinen Kommentar zur ersten Runde „Philosophie Jetzt“ abzugeben. 🙂

    Es handelt sich hierbei um Gedanken, die mir während des Vortrags kamen. Daher habe ich sie auch erst mal nur stichwortartig zusammengefasst und hoffe, dass einigermaßen klar wird, worum es mir geht. In einer Diskussion kann sich das ein oder andere sonst auch sicher klären.

    Liebe Grüße

    GEDANKENFETZEN

    • Urknalltheorie vs. Gott erschuf die Welt
    o Die Erde und das Leben auf der Erde entwickelte sich vielleicht nur, weil zu einem gewissen Zeitpunkt (vor 4 Mrd. Jahren) die Sonne die richtige Größe erreicht hatte (Kernfusion) und den passenden Abstand zur Erde einnahm

    • Da die Sonne = ein Stern → wird sich vergrößern (S = lebendig, aktiv); Kernfusion → Aufblähen → in 1,4 Mrd. Jahren ist das Leben wie wir es kennen auf der Erde nicht mehr möglich
    o „Erde“ und „Mond“ prallten zusammen → Erde entstand
    o Sonne ←→ Erde ←→ Mond: Dualismus/ Spannungsfeld

    • Leben auf Erde nur möglich, weil sie sich zwischen S und M befindet, im richtigen Abstand, wegen der richtigen Größe von S

    • Energie vs. Materie
    • Geist vs. Körper (Informationsaustausch zw. G – K)
    o Informationsebene:
    • von DNA → RNA
    • d.h. Form ändert sich, aber Information bleibt gleich, wird weitergegeben
    • Frage: Kann ich diese Info direkt über das Informationsfeld verändern? z.B über TimeWaver (also keine externen Mittel zufügen, sondern über Schwingung direkt am Informationsfeld anknüpfen/ einsteigen)
    • Neuronen als Informationsweitergeber
    • Ionenpumpe braucht Energie (mgl. Auch über geistige Ebene? Kraft der Gedanken?)
    • durch Differenz der Dichte der Ionen entsteht elektrisches Feld
    • → TimeWaver: arbeitet über Ionenspirale und wandelt mit Hilfe des elektromagnetisches Feldes Informationen der geistigen Ebene in Sprache um
    • Spannungsfeld wichtig, damit „Kommunikation“ zw. Neuronen/ Ionen (wenn ich das richtig verstanden habe) → auch hier wieder: Spannungsfeld (Dualismus) → elektr. Feld
    o → Mensch braucht Energie zum Denken: Kann er diese Energie auch in Reinform zuführen? Eben über Gedanken bzw. direkt über Informationsebene? Würde erklären, wie es möglich ist, „nur“ durch das Denken Krankheiten zu heilen!?

    • Abschließend: Wir brauchen den Dualismus zum Überleben. Frage ist nur, wie fassen wir Dualismus auf? Nicht als Gegensatz, als Entweder- Oder, sondern eben als ein „zwei Seiten der gleichen Meda

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