Öffentlicher Vortrag Bremerhaven, 19.Jan.2012

Aufgrund einer Einladung der Philosophischen Gesellschaft Bremerhaven habe ich die Gelegenheit, im Rahmen des Jahresprogramms 2012 einen Vortrag zu halten. Ich war etwas mutig ihm den Titel zu geben:

Eine Philosophie für morgen?

Versuch einer Ortsbestimmung zu einer möglichen Philosophie der Zukunft

Der Vortrag findet statt am Donnerstag, den 19.01.2012, 20.00 Uhr in der Hochschule Bremerhaven, An der Karlstadt 8, Haus S, Raum S 20. Wen das interessiert, der ist herzlich eingeladen, dazu zu kommen. Danach wird sicher ein wenig diskutiert. Der zugehörige Pressetext lautet wie folgt:

Wir leben in einer Zeit konkurrierender Deutungsmuster: religiöse Deutungsmuster bestehen weiterhin neben philosophischen Gedanken unterschiedlichster Richtungen, parallel liefern die empirischen Wissenschaften immer atemberaubendere Perspektiven für alternative Lebensbilder,  die so gar nicht mit dem bisher Vertrauten überein zu kommen scheinen. Dazu immer mehr neue technische Produkte und eine tägliche Wissensflut. Was gilt noch? Was wird morgen sein?
Prof. Doeben-Henisch, zur Zeit Forscher für künstliche Intelligenz im interdisziplinären Masterstudiengang Barrierefreie Systeme der FH Frankfurt am Main, Ex-Theologe, Philosoph und Informatiker, wird auf diese Fragen keine endgültigen Antworten geben können. In seinem Vortrag möchte er aber  zeigen, dass zumindest der Gegensatz von Philosophie und empirischen Wissenschaften nicht bestehen muss. Am Beispiel der phänomenologischen Philosophie von Edmund Husserl wird er aufzeigen, wie diese sich nahtlos mit dem modernen Wissenschaftskonzept zu einem einzigen Denkansatz integrieren lässt. Er selbst benutzt dieses Denkmodell zur Entwicklung von selbstlernender Software mit künstlichem Bewusstsein und ‚Gefühlen‘, allerdings nicht, um den Menschen zu ersetzen, sondern um für die Menschen eine bessere technologische Unterstützung im Alltag zu organisieren. Kann sich aus diesem Ansatz eine neue ‚Philosophie für die Zukunft‘ entwickeln?
Natürlich ergeben sich von diesem neuen Denkansatz auch zahlreiche tiefgehende Konsequenzen für eine theologische Weltdeutung, für eine Grundlegung der Ethik, möglicherweise auch für die letzte Sinnfrage. Aufgrund der sehr knappen Zeit können diese Aspekte aber bestenfalls nur angedeutet werden.

Das AudiMax der Hochschule Bremerhaven war nahezu voll.  Es gab eine sehr lebhafte Diskussion im Anschluß. Auf vielfachen Wunsch stell ich die Diagramme aus dem Vortrag hier ins Netz. Die zugehörigen Texte hatte ich zwar im Vorfeld für den Vortrag geschrieben, am Abend selber habe ich aber spontan gesprochen. Das frei gesprochene Wort entspricht natürlich dem Text nur inhaltlich. Manches wurde spontan gesagt, was im Text nicht vorkommt. Ebenso fehlt hier die Diskussion. Es wurden aber alle Zuhörer und Mitdenker eingeladen, durch Kommentare an diesem Blog mitzuwirken.

Inhalt

  1. Einleitung
  2. Interdisziplinär
  3. Geworden, Realität als Simulation
  4. Außenwelt
  5. Phänomenologisch
  6. Begriffliche Explikation
  7. Philosophie brauch Empirie
  8. Empirische Wissenschaft braucht Philosophie
  9. Materie und Geist
  10. Literaturverweise

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Über cagent

Bin Philosoph, Theologe, Kognitionswissenschaftler und habe seit 2005 eine Professur inne im Fachbereich Informatik & Ingenieurswissenschaften für 'Dynamisches Wissen (KI)' und 'Mensch Maschine Interaktion (MMI)' . Mich interessieren die Grundstrukturen des Lebens, die Logik der Evolution, die Entstehung von Wissen ('Geist'), die Möglichkeiten computerbasierter Intelligenz, die Wechselwirkungen zwischen Kultur und Technik, der mögliche 'Sinn' von 'Leben' im 'Universum'.

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