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Archiv der Kategorie Sensorische Daten

Weil es Sinn gibt, kann sich Wissen akkumulieren, das Sinn sichtbar macht… Oder: warum die Frage ‘Warum gerade ich?’ in die Irre führen kann.

(1) Wenn etwas ‘Schlimmes’ passiert, dann fragen sich viele Menschen ‘Warum gerade ich?’ (hätte es jemanden anderen getroffen wäre man vielleicht ‘berührt’ — falls man der anderen Person nahe stand –, aber es würde einen bei weitem nicht so zentral treffen wie eigenes Leid. Wenn etwas subjektiv ‘Schönes’ oder gar ‘Außergewöhnliches’ geschieht, dann geraten die einen außer sich und halten sich womöglich sogar für ‘auserwählt’, womöglich für etwas ‘Besonderes’; andere bekommen sofort Angst, dass sie all dies, kaum dass sie es besitzen, wieder verlieren könnten, dass sie ‘dem Schicksal’ misstrauen; sie haben bislang — in ihrer Wahrnehmung — nicht viel Gutes erlebt, also verbietet es ihr Denken, das ‘punktuell Schöne’ ‘anzunehmen’; oder trotzig gerade doch: es geht ja doch, ich habe es immer gewusst….

(2) Man kann den Eindruck gewinnen, dass wir tendenziell eine ‘Deutungstendenz’ in uns tragen, die in allem nach einem ‘möglichen Sinn’ sucht, der die eigene ‘Werthaftigkeit’ unterstützt, der klar macht, dass das eigene Leben doch irgendwie einen ‘Wert’ und einen ‘Sinn’ hat. Andererseits, wenn wir uns lange Zeit schwer tun, einen ‘Sinn’ zu erkennen, dann kann dies sehr anstrengend, kann es schmerzhaft sein, keinen Sinn zu erkennen; dann ist es einfacher einen Sinn grundsätzlich auszuschließen (z.B. das alte Gegensatzpaar ‘Gläubige’ gegen ‘Ungläubige’, ‘Theisten’ versus ‘Atheisten’, ‘Optimist’ vs. ‘Pessimist’, …), überraschen lassen kann man sich ja immer noch.

 

(3) Es ist nicht leicht zu sehen, ob man diese Frage(n) nach dem Sinn überhaupt beantworten kann. Bei der Untersuchung der Frage, wie Wissen generell entstehen kann, wie Systeme generell lernen können, stellt man irgendwann nicht nur fest, wie ungeheuer schwierig die Entwicklung von Wissen ist, sondern dass es so etwas wie ein ‘Optimum’ nicht isoliert für ‘ein einziges’ System geben kann, sondern nur im Wechselspiel zwischen einem System und der ‘zugehörigen’ Umgebung. ‘In’ dieser bzw. ‘bezogen auf diese’ kann das Verhalten eines Systems und sein aktueller Zustand einen bestimmten ‘Wert’ haben; ohne diesen Zusammenhang ist nicht klar, wie man die ‘Werthaftigkeit’ eines Systems definieren soll. Ein ‘individuelles System an sich’ gibt es nicht. Alle bekannten Systeme — biologische wie technische — kommen immer nur vor als ‘Teil eines Ganzen’.

 

(4) Traditionelle Deutungssysteme (mythische, religiöse, philosophische,…?) fallen dadurch auf, dass sie versuchen, dem einzelnen Menschen einen Deutungszusammenhang anzubieten, der es ihnen erlaubt, trotz der Vielfalt der wechselnden Alltagsbilder ‘in Allem’ einen ‘Sinn für sich selbst’ erkennen zu können, der ’stabil’ ist gegen die Schwankungen des Alltags.

 

(5) Stellt man solche traditionellen Deutungsstrategien in Frage, kann man aus Sicht der ‘Anhänger’ dieser Deutungsstrategien sehr schnell als ‘Bedrohung’ angesehen werden, nicht nur als Bedroher des gedeuteten Sinns sondern dann auch als Bedroher des eigenen Lebens, das durch diesen ‘gedeuteten Sinn’ einen ‘abgeleiteten Sinn’ hat/hatte, der durch die Infragestellung der Deutung womöglich abhanden kommt. Letztlich ist es egal welche Deutungsstrategie man in Frage stellt (religiöse, philosophische, esoterische, ad-hoc Alltagsmythologien, Verschwörungstheorien,….), entscheidend ist, dass man durch die Infragestellung bei den jeweiligen ‘Anhängern’ (’Gläubigen’) den Eindruck erweckt, man greife mit der Deutung auch den gedeuteten Sinn selbst an, und damit zentrale ‘Gegenstände’ des subjektiven Denkens, das sich ‘in’ diesen ‘geglaubten’ Gegenständen eine Weltsicht ‘gebaut’ hat, die ‘Heimat’, ‘Sinn’ und persönlichen ‘Wert’ (für viele Geschäftemacher aber auch konkrete Einkünfte) verspricht.

 

(6) Die ‘Stabilisierung des Alltags’ durch Ausdeutung eines Sinns kann man negativ als ‘Immunisierung’ verstehen, als Versuch der ‘Abschottung’ vor den ‘Tiefen’ und ‘Unwägbarkeiten’ des realen Lebens. Doch letztlich partizipiert diese Tendenz der ‘Stabilisierung durch Deutung’ von der allgemeinen Natur des Wissens, in einem anfänglichen ‘Meer von isolierten Zufälligkeiten’ schrittweise ‘Muster’ und ‘Zusammenhänge’ erkennen zu können, die sich mehr und mehr zu komplexen Strukturen, Modellen, Theorien formen können. D.h. es ist die Eigenart unserer biologisch bedingten Wissensmaschinerie, die uns dazu anleitet/ führt/ zwingt, im Strom der Zufälligkeiten Nicht-Zufälliges aufzuspüren und dieses dann — wie Steine im fließenden Bach — als ‘Sprungstellen’ zu benutzen, um ‘in allem Nicht-Sinn’ dann doch Umrisse eines möglichen ‘Sinns’ erkennen zu können.

 

(7) Streng genommen sind selbst die radikalsten wissenschaftlichen Modell bzw. Theoriebildungen Formen von ‘Sinngebung’. Im Unterschied zu den vielfältigen Formen ‘alltäglicher Deutungen’ mit Tendenz zur Abschottung, zur Immunisierung (die Andersgläubigen, die Ausländer, die Nachbarn, die Polizei, die Politiker, die Banker, die Proleten, die Versager, die Karrieristen, …) bieten wissenschaftliche Deutungsmodelle zumindest prinzipiell eine Transparenz für alle Daten und Methoden, die benutzt werden, um eine bestimmte Deutung aufrecht zu erhalten. Je komplexer wissenschaftliche Deutungen werden, je mehr persönliche Eitelkeiten von Forschern sich mit der Geltung einer bestimmten Deutung verknüpfen, je mehr finanzielle Einkünfte und politische Macht sich mit einer bestimmten Deutung gewinnen lassen, um so eher steht natürlich auch eine sogenannte wissenschaftliche Deutung in Gefahr, sich ‘unwissenschaftlich zu stabilisieren’, sich zu ‘immunisieren’, da der Verlust der Deutungshoheit einhergehen würde mit dem Verlust von vielen sekundären Vorteilen, die direkt nichts mit Wahrheit zu tun haben.

 

(8) Es gibt also eine eingebaute Tendenz der biologischen ‘Wissensmaschinerie’ nicht nur überhaupt Deutungen zu generieren, sondern den Inhalt dieser Deutungen als das zu nehmen, was die erfahrbare flüchtige Welt ‘eigentlich’ ist. Während wir alle von Geburt an automatisch Teil dieses ‘Deutungsgeschehens’ sind, ist es nicht auch automatisch der Fall, dass wir uns dieses ‘vorprogrammierten Deutungsspiels’ ‘bewusst’ werden. In der ‘Simulation von Welt’ ‘in unserem Kopf’ ist das biologische Gehirn so meisterhaft, dass viele Menschen bis zu ihrem Tode niemals gemerkt haben, dass die Welt, die sie ‘zu sehen meinten’, garnicht die Welt ist, die real ausserhalb des Gehirns existiert, sondern ‘nur’ die Welt, wie sie das Gehirn kontinuierlich aufgrund der ihm verfügbaren ‘Signale’ ‘zusammenbaute’. Aufgrund von vielen hundert Millionen Jahren ‘Entwicklungszeit’ hat das Gehirn darin eine ‘Meisterschaft’ erlangt, die uns die Möglichkeit bietet, auch ohne spezielles bewusstes Wollen Strukturen in der uns umgebenden Welt erkennen zu können, die wir in unserer Bewusstheit noch nie gedacht hatten. M.a.W. unser Gehirn ‘erzählt’ uns kontinuierlich eine Geschichte von Welt, die ein hohes Mass an Plausibilität besitzt, aber dennoch nur eine bestimmte (begrenzte) Deutung aufgrund spezieller Annahmen ist.

 

(9) Der seit Jahrtausenden anhaltende Versuch von Menschen, der automatischen Erkennungsleistung des Gehirns explizit konstruierte zusätzliche Deutungsmodelle an die Seite zu stellen, stellt eine außerordentliche Leistung dar, ist aber aufgrund der unausweichlichen Komplexität des Geschehens auf Schritt und Tritt anfällig für Fehler und Fehldeutungen. Es ist die Aufgabe der vielfältigen wissenschaftlichen (und auch philosophischen) Disziplinen, das gesamtgesellschaftliche Deutungsgeschehen kontinuierlich zu verbessern.

 

(10) Sofern ein Deutungsgeschehen — in welche Form auch immer — bestimmte Deutungsinhalte ’sichtbar’ macht, die als ’sinngebend’ verstanden/ erlebt werden, geschieht dies niemals ohne einen Bezug zu ‘vorgegebener Welt’, es sei denn, die Deutungsinhalte sind ‘reine gedankliche Konstruktionen’, ‘Fantasiegebilde’, ‘gedankliche Spielereien’, ‘gedankliche Erfindungen’ und damit ‘beliebig’, ‘wertlos’. ‘Wertvolle’ Deutungsinhalte entstammen letztlich immer einer ‘Begegnung’ des erkennenden Systems mit einem ‘Anderen’, das im erkennenden System eine Art ‘Echo’/ ‘Widerhall’/ ‘Erschütterung’ … erzeugt. In diesem fundamentalen Sinn sind ‘wertvolle Deutungsinhalte’ ‘wahr’, weil es das, ‘wovon’/ ‘worüber’ sie handeln, unabhängig vom Deutungsmedium in irgendeiner Form ‘tatsächlich gibt’. Wenn jemand also ‘unwahre’ Deutungen kritisiert, dann gefährdet er den Deutungsinhalt wesentlich. Im Falle von ‘wahren’ Deutungen ist dies nicht so; durch die Kritik am deutenden Modell, am Deutungsmedium, am Deutungsgeschehen wird die wahr Ursache der Deutung nicht beseitigt. Im Gegenteil, ein — vernünftig geführter — ‘Deutungsstreit’ trägt meistens dazu bei, ‘die zu deutende Sache’ als Anlass einer Deutung weiter zu klären. Angesichts der Unzulänglichkeiten der biologischen Wissensprozesse sind Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte keine lange Zeit, letztlich ‘evolutionäre Augenblicke’. Wahre (!) Wahrheit verschwindet also nicht durch die Kritik an ihrer Deutung; sie kann allerdings für eine gewisse Zeit ‘verdeckt’ bleiben. Falsche (!) Wahrheiten können ebenfalls Jahrhunderte — oder gar Jahrtausende — überdauern, wenn die Menschen nicht bemerken, dass diese Deutungen letztlich nicht der Welt entsprechen, wie sie außerhalb ihres Denkens ist, sondern nur als Konstruktion in ihrem Kopf.

 

(11) Entsprechend der Volksweisheit ‘Aus Nichts kommt nichts’ haben wir in der modernen Logik gelernt, dass man nur etwas beweisen kann, was man zuvor angenommen hat; die Physiker belehren uns über den Energieerhaltungssatz, der anders formuliert besagt, dass ich aus einem System nicht mehr Energie herausbekommen kann, als sowieso schon drin steckt. Im Bereich Wissen gilt letztlich etwas Analoges: ich kann nur wissen, was es schon gibt. In dem heute bekannten Kosmos haben wir — bezogen auf die Verteilung von Energie — noch ‘lokale Ungleichheiten’. Diese ermöglichen die Entstehung von biologischen Systemen, die lokal Energie ansammeln und in dieser zeitlich begrenzten Energieakkumulationen Strukturen möglich machen, die partiell ‘unwahrscheinlich’ sind und damit ‘Informationen’ darstellen, die wir als ‘Wissen’ erleben: Strukturen, die uns im Fluss von ‘Zufälligkeiten’ als ‘Häufigkeiten’ auffallen, die wir ’speichern’ können, und die wir im Kontext des ‘Fortgangs’ weiter ‘bewerten’ können. Durch solche bewertbaren speicherbaren Häufigkeiten akkumulieren Energieungleichheiten als Wissen, das in der Tat leztlich ‘nur’ ein Echo dessen darstellt, was uns Erkennenden ‘widerfährt’!!! In der Form des erfahrungsbasierten Wissens akkumulieren sich Aspekte des kontinuierlichen Weltgeschehens in verstehtigten Augenblicken, durch die etwas ’sichtbar’ werden kann, was als Weltgeschehen kontinuierlich ‘abläuft’, ohne dass der Ablauf als solcher ‘um sich weiß’. Aber biologische Systeme als Teil dieses kosmischen Ablaufs können im Ablauf Aspekte des Ablaufs ‘akkumulieren’, diese dadurch ‘füreinander sichtbar’ machen, und in diesem ‘Füreinander-Sichtbarmachen’ die Umrisse eines ‘wachsenden Sinnes’ sichtbar machen, der etwas über das ‘Innere’ des Kosmos erzählt, über seine ‘mögliche Seele’, über den möglichen ‘Weltgeist’ (der selbst möglicherweise keine biologische Strukturen benötigt, um zu ‘wissen’; biologische Systeme sind spezielle Konstellationen innerhalb der materiellen Makrostrukturen).

 

(12) Wenn es also ‘für uns Menschen’ einen Sinn gibt, dann nur, weil es diesen Sinn schon immer unabhängig von uns gibt und nur in dem Modus, dass wir diesen potentiellen wahren Sinn in einem gemeinsamen Deutungsgeschehen über Jahrhunderte, Jahrtausende… schrittweise aufdecken. Dass die zeitliche und körperliche Begrenztheit unseres biologischen Lebens diesen globalen Sinnzusammenhang nicht in Frage stellen können, ergibt ich daraus von selbst. Sinnlosigkeit besteht dann nur solange, als der einzelne sich nicht als Teil des größeren Sinnzusammenhanges verstehen und erleben kann. … was einfacher klingt als es real getan ist…..

Jenseits des Wärmetods?

  1. Ich mache immer wieder die Erfahrung, dass bei unklaren Fragestellungen der Rückgang auf die ‘Klassiker’ zu Klarheiten verhilft, die die neue und neueste Literatur nicht bieten kann. Die neuere Fachliteratur ist oft schon so fortgeschritten im Detailwissen, dass man sich als ‘Neuling’ sehr schwer tut, zu verstehen, warum all dieser Aufwand getrieben wird. In den letzten Monaten war es z.B. die Lektüre von Schrödingers ‘What is Life’ oder Heisenbergs ‘Physics and Philosophy’ gewesen, die wertvolle Einsichten vermittelt hatten.

  2. Nach einiger Mühe ist es mir gelungen, die ‘Populären Schriften’ von Ludwig Boltzmann (publiziert 1905) zu bekommen. Allein schon die ersten Beiträge waren sehr erhellend. Wunderbar finde ich seinen Vortrag ‘Der zweite Hauptsatz der mechanischen Wärmetheorie’, den er 1886 in einer feierlichen Sitzung vor der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften vorgetragen hatte. Zu sehr vielen grundlegenden Fragestellungen, die uns noch heute bewegen, erhellt er Grundlegendes; dies aber auf einer Weise formuliert, die von großer Klarheit und Verständlichkeit ist.

  3. Er nimmt sich in diesem Vortrag sogar etwas Zeit, um die besondere Rolle der Naturforschung gegenüber allgemeiner Philosophie und Alltagswissen zu verdeutlichen. Mit Anspielung auf Herbarth lokalisiert er die Rolle des Bewusstsein zwar an der Quelle unseres Weltzuganges (im Sinne dass wir ‘Empfindungen’ haben), aber der primäre Inhalt dieses Bewusstseins kann uns aus sich heraus nichts darüber sagen, wie sich diese Inhalte zusammensetzen, wie sie entstehen (vgl. S.48f). Und, wie wir heute wissen, sind diese Bewusstseinsinhalte komplexe Produktionen unseres Gehirns, u.a. auf der Basis sensorischer Daten, die sich aus den energetischen Ereignissen der Umwelt speisen. Die Naturforschung kann — und muss wohl — die bewusste Wahrnehmung als Ausgangspunkt nehmen, beginnt ihre eigentliche Arbeit aber dort, wo sie versucht mittels ‘Hypothesen’ und ‘Messungen’ hinter diese Phänomene zu schauen.

  4. Eine dieser — mittlerweile komplexen — Hypothesen ist die von der ‘atomistischen’ Struktur der Materie, aus der sich dann die weitere Hypothese der mechanischen Wärmelehre herleitet, dass nämlich die ‘Elemente der Körperwelt’ beständig in ‘reger Bewegung begriffen sind’ (S.32) Hierher gehört der von Robert Mayer begründete erste Hauptsatz von der Erhaltung der Energie, wobei Energie nach Mayer in den drei Formen ’sichtbare Bewegung’, ‘Wärme’ oder ‘Arbeit’ auftreten kann. Währen die Gesamtmenge der Energie in einem geschlossenen System bei Umwandlung einer Energieform in die andere unverändert bleiben soll, so sagt der zweite Hauptsatz, dass zwar Bewegung und Arbeit bedingungslos ineinander und in Wärme übergehen können, Wärme kann aber höchstens partiell in Bewegung oder Arbeit zurückverwandelt werden (vgl. S.33). In dieser Eigenschaft erscheint Wärme ‘dissipativ’, als ‘degradierte’ Energie (Unter Verwendung des von Clausius eingeführten Begriffs der ‘Entropie’ kann man auch sagen, dass mit Zunahme der Degradation nicht nur die Wahrscheinlichkeit des Zustandes zunimmt, sondern auch seine Entropie (vgl. S.37)). Der zweite Hauptsatz induziert damit eine Art Richtung im Prozess, der schlussendlich zu einer völligen Degradierung von Energie führt oder — in der bekannten Formulierung — zum ‘Wärmetod des Universums’ (vgl. S.33). Letzterer Schluss gilt aber nur, solange die Annahme eines geschlossenen Systems gilt (vgl. S.48).

  5. Das Prinzip hinter dem Prinzip des 1. und 2. Hauptsatzes ist, dass sich Energie grundsätzlich vom unwahrscheinlicheren Zustand in den wahrscheinlicheren Zustand verändert. So ist die höhere Energiekonzentration in der Sonne im Vergleich zur Erde ‘unwahrscheinlicher’. Auf dem Weg der ‘Degradation’ gelangt Energie von der Sonne zur Erde und kann auf diesem Weg und auf der Erde unterschiedliche Zwischenzustände durchlaufen, bis sie als Wärme ‘verschwindet’. Es sind die Pflanzen, die diesen Energiefluss aufgreifen und ihn mittels chemischer Prozesse in solche Energieformen verwandeln, die anderen biologischen Lebensformen als ‘Nahrung’ dienen können, bevor der Zustand höherer Entropie weiter angenähert wird (vgl. S.40).

  6. Boltzmann wagt einige Spekulationen zur möglichen ‘Erklärung’ der Lebensformen, des erfahrbaren Geistes, indem er die Hypothese anformuliert, dass sich die komplexen bekannten biologischen Formen eventuell doch aus den allereinfachsten Atomen durch immer komplexere Konfigurationen herausgebildet haben (vgl.S.49). Heute haben wir so viele Indizien sammeln können, dass diese Hypothese zu großen Teilen als ‘gewiss’ gelten kann, wenngleich noch nicht vollständig.

  7. Vor dem Hintergrund der Hautsätze der Wärmelehre sieht es dann so aus, als ob sich die komplexen biologischen Lebensformen nur gestützt auf den Energiefluss von Seiten der Sonne bilden konnten. Unter Ausnutzung dieser Energieformen konnten sich immer komplexere molekulare Strukturen herausbilden, die schließlich — Zwischenstand 2011 — in der Lage sind, anhand der energetischen Ereignisse in der Welt sich ‘intern’ in einem Körper ‘Bilder’, ‘Modelle’ der ‘Welt da draußen’ zu generieren, die auch ‘Selbstbilder’ mit einschließen. Die Allokierung von Energie in Form von biologischen Strukturen ermöglicht das ‘Sichtbarwerden’ all jener Dynamiken und Strukturen, die den physikalischen Kosmos auszeichnen. Allerdings sind diese biologischen Strukturen grundsätzlich limitiert durch den Bedarf an ‘freier’ Energie. Versiegt der Strom von Energie in einer Form, die sich ‘nutzen’ lässt, dann verlieren die biologischen Lebensformen ihre ‘Seele’; sie versinken im ‘Nichts’ nahe der maximalen Entropie.

  8. Aus dieser allgemeinen Perspektive kann man den Eindruck gewinnen, dass die entscheidende Eigenschaft, die die biologischen Lebensformen in das bekannte Universum einbringen, jene ist, dass sie ’sichtbar machen können’, dass sie ‘erkennen’ können, dass sie ein ‘Bewusstsein von’ den Dingen entwickeln können. Durch die Verfügbarkeit von Wissen innerhalb des Kosmos gewinnt der Kosmos eine eigentümliche ‘Handlungsfähigkeit’ ’sich selbst gegenüber’. Mit der Entstehung, Verfügbarkeit und Ausbreitung von ‘Erkenntnis’ kann der Kosmos im Prinzip ‘zu sich selbst’ kommen und darin und dadurch seine Strukturen dazu nutzen, ‘etwas’ ‘zu tun’. Fragt sich natürlich: was?

  9. Nach den bisherigen Erkenntnissen entsteht in den biologischen Strukturen Wissen durch ‘Verdichtungen’/ ‘Abstraktionen’, durch das Finden von Beziehungen/ Relationen, durch die die Wechselwirkungen unterschiedlicher Beziehungen (verstehbar als Netzwerk/ Modell/ Theorie), durch unterschiedlichste Assoziationen zwischen Wissensmomenten und allen möglichen Zuständen (auch Bedürfnissen, Emotionen, Gefühlen,…). Ferner haben wir gelernt, dass sich Wissen wesentlich auch nur im Austausch zwischen unterschiedlichen Gehirnen ereignet/ bilden kann. Für solch eine Kommunikation benötigt man symbolische Mittel, Sprachen, speziell formale Sprache wie z.B. die Sprache der Mathematik oder heute die algorithmischen Formen von Computersprachen und Simulationen.

  10. Ein anderer wesentlicher Aspekt ist die Kooperation als Bedingung für Kommunikation. Eine ‘hinreichende’ Kooperation wiederum benötigt eine ‘hinreichende’ Öffentlichkeit: ohne funktionierende Öffentlichkeit keine gute Kommunikation, ohne gute Kommunikation nur partielle, schlechte Erkenntnis.

  11. Berücksichtigt man all dies, stellt sich natürlich die Frage nach dem ‘Sinn’ des Ganzen. Klar ist, dass die Frage wer am meisten Geld hat, die größte politische Macht, wie berühmt jemand ist, wie ’schön’ usw. relativ bedeutungslos sind gemessen an der globalen Aufgabe, die verfügbare Energie in jenes Wissen zu verwandeln, das den ‘Wärmetod’ ‘überlebt’. Militärische Macht kann punktuell und regional eventuell entscheiden, welche Gruppeninteressen sich für eine kurze Zeit ‘durchsetzen’, doch auch militärische Macht entkommt nicht der globalen Herausforderung, wie das biologische Leben als solches sich angesichts seiner fragilen Lage innerhalb des verfügbaren Zeitfensters auf Dauer den Kosmos so umgestaltet, dass aus der ‘Anfangsübung’ ‘Leben auf der Erde’ ‘mehr’ wird. Vielleicht müssen wir uns auch gar nicht physikalisch behaupten; vielleicht besteht der ‘Sinn’ dieses Lebens auf der Erde/ in diesem Kosmos nur darin, die ‘Hoffnung auf Mehr’ zu schmecken, um dann im/ nach dem körperlichen Tod den ‘eigentlichen’ Zustand zu erleben. Wer kann dies so genau sagen. Ich persönlich halte allerdings den ‘Aufwand’, der bislang getrieben wurde, um biologisches Leben überhaupt zu ermöglichen und über all die Milliarden Jahre zu immer komplexeren Formen heran zu reifen für so immens, dass es nicht so recht einleuchten will, dass darin kein spezieller ‘Auftrag’ gegeben ist. Zu sagen, wir sind ‘nur’ Menschen übersieht, dass dieses ‘nur’ genau den Punkt verpasst, der das zentrale Drama der ganzen Erde, des ganzen Sonnensystems auszeichnet. Natürlich wäre es unbequem, zuzugeben, dass der Erfolg dieses Lebens wichtig ist…

Quelle: Ludwig Boltzmann, “Populäre Schriften”, Leipzig: Verlag Johann Ambrosius Barth, 1905

MENSCHENBILD IM WANDEL

Vortrag am 24.Nov.2010 im Rahmen des gesellschaftspolitischen Forums ‘Bad Nauheimer Gespräche e.V’ in Fankfurt am Main

Kurzfassung

Einleitungsmusik

  1. Das Thema führt weit über die üblichen Fachgrenzen hinaus. Dies setzt den Vortragenden allerlei Risiken aus, die ihn zum ‘Narren’ machen können (Zitat E.Schrödinger, 1944). Aber die Sache verlangt dies. Ohne Risiko gibt es keine neuen Erkenntnisse.

  2. Vor seiner Zeit als Informatiker hatte der Vortragende eine intensive Zeit von mehr al 20 Jahren als engagierter Theologe, Jugendsozialarbeiter und Philosoph. In dieser Zeit lernte er die jüdisch-christliche Position von den schriftlichen und praktischen Grundlagen her sehr intensiv kennen. Dies umschloss eine grundsätzliche Gegenüberstellung zwischen dem impliziten Weltbild der Naturwissenschaften und der Technologie gegenüber den theologisch geisteswissenschaftlich orientierten Weltbildern.

  3. Im Versuch , die Grenzen des naturwissenschaftlich-technologischen Weltbildes aufzudecken – und bei gleichzeitig anhaltender intensiver Auseinandersetzung mit der jüdisch-christlichen Tradition – lernte er aber langsam, dass die Grenzen sehr wohl auch auf Seiten des jüdisch-christlichen Weltbildes liegen und die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse demgegenüber eine neue Perspektive öffnen, die alte Grenzen sprengen und neue zukunftsweisende Dimensionen öffnen können, wenn man sie entsprechend nutzt.

  4. In einer kurzen Skizze des Alltagsdenkens machte der Vortragende darauf aufmerksam, dass all unser Wissen von der Welt um uns herum nicht ‘direkt’ diese Welt widerspiegelt, sondern eine Leistung unseres Gehirns ist, das beständig die vielen Millionen sensorischen Signale von der Umgebung des Körpers wie auch aus dem Innern des Körpers in ein räumliches Gesamtbild transformiert, das für das Verhalten in der Umgebung in den meisten Fällen ‘ganz gut funktioniert’. In vielen Alltagssituationen, durch zahllose psychologische Experimente wie auch –siehe später – durch die neuen Erkenntnisse der Physik kann man zeigen, dass dieses vom Gehirn erzeugte ‘Bild’ von der Welt vielfach ungenau oder gar falsch ist. Nichtsdestotrotz ist diese Leistung des Gehirns unglaublich und nur verständlich vor der sehr, sehr langen Genese des heutigen Gehirns in den heutigen Körpern.

  5. Es folgte dann ein kursorischer Überblick über die Entwicklung des Lebens seit dem Beginn des messbaren Universums vor ca. -13.6 Milliarden Jahren. Anhand von vier Schaubildern konnte man wie im Zeitraffer sehen, welche ungeheuren ‘Vorleistungen’ erbracht werden mussten, bis dann bei ca. -3.6 Milliarden Jahren die ersten Zellen auftraten, die dann in den letzten ca. 600 Millionen Jahren zur Besiedelung des Landes mit Pflanzen, Tieren und dann vor ca. 3 – 0,2 Mio Jahren auch mit menschenähnlichen Lebewesen und dann mit dem heute bekannten homo sapiens sapiens führten. Diese Geschichte ist randvoll mit Dramatik und zeigt, welcher Preis gezahlt werden mußte, damit es uns Menschen so, wie wir uns heute kennen, überhaupt geben konnte. Nach den Prognosen der Physik wird in ca. 1 Milliarde Jahre die Sonne die Erde verglühen lassen. Gemessen an der zurückliegenden Zeit bleibt also nur noch eine verhältnismäßig kurze Zeit, bis das Leben auf der Erde für diese neue totale Herausforderung eine Lösung gefunden hat (falls es sie gibt; grundsätzlich natürlich ja).

  6. Eine tiefreichende Einsicht der modernen Physik ist die Einsicht, dass all das, was wir als ‘Materie’, ‘Substanz’, ‘Stoffe’ kennen nichts anderes ist als eine Zustandsform von Energie. Mit Hilfe der modernen Teilchenbeschleuniger kann man zeigen, wie sich jede Substanz (Materie, Stoff) in jede andere Substanz verwandeln läßt, wenn man genügend viel Energie zuführt. Einsteins Formel ‘E=mc²’ stellt den Zusammenhang zwischen Energie ‘E’ und Masse ‘m’ über die Lichtgeschwindigkeit ‘c’ direkt dar. Von daher ist auch verständlich, dass das heute bekannte messbare Universum, das mit einem ‘Energieausbruch’ unvorstellbaren Ausmaßes begann, dann durch Abkühlung quasi zu ‘Strukturen erstarrte’ indem aus der Energie ‘heraus’ atomare Strukturen sichtbar wurden, die sich zu Galaxien, Sterne und Planeten formten.

  7. Eine weitere tiefreichende Einsicht ist die Erkenntnis der Thermodynamik, dass alle energetisch bedingten Bindungen dazu tendieren, sich abzubauen und damit die Freiheitsgrade der beteiligten Elemente (Atome) zu vergrößern. Die Physikern haben zur Bezeichnung des Grades an Freiheit den Parameter ‘Entropie’ eingeführt und gehen davon aus, dass der Parameter Entropie tendenziell zunimmt, da der Prozess der Auflösung von energetisch bedingten Bindungen irreversibel erscheint.

  8. Vor diesem Hintergrund nimmt sich das Phänomen des ‘Lebens’ ‘fremdartig aus: alle heute bekannten Lebensformen basieren auf molekularen Strukturen, die als DNA (und weitere) bekannt sind (die genaue Entstehung solcher Moleküle ist bis heute noch nicht vollständig aufgeklärt!). Das Erstaunliche an diesen Molekülen ist, dass sie als Informationsträger funktionieren, die komplexe Kopier- und Produktionsprozesse steuern können, die dann zur Ausbildung von noch komplexeren Molekülstrukturen führen können, die als Zellen, Zellverbände, Organe, Pflanzen, Tieren und dann auch als Menschen prozeßhaft über einige Zeit existieren können. Abgesehen von der mittlerweile irrwitzigen Komplexität dieser Strukturen (allein das menschliche Gehirn hat schätzungsweise mehr als 100 Milliarden Zellen!) ist wichtig, dass diese Strukturen nur existieren können, weil sie kontinuierlich lokal Energie aus der Umgebung aufnehmen und zum Aufbauen lokaler energetischer Bindungen nutzen. Dieses Verhalten der Lebensformen steht dem entropischen Charakter des gesamten physikalisch bekannten restlichen Universums diametral entgegen. Sowohl Erwin Schrödinger in seinem Buch ‘What is Life’ von 1944 sowie Werner Heisenberg in seinem Buch ‘Physics and Philosophy’ von 1958 stellen dieses Paradox explizit heraus und geben zu, dass die moderne Physik zu diesem Paradox nicht einmal ansatzweise eine Antwort besitzt.

  9. Nachdem sich also die scheinbare Vielfalt der Materie auf Energie zurückführen lässt, wird der Begriff der Energie zu neuen ‘Supermaterie’, die – wie Heisenberg anmerkt – dem Potenzbegriff bei Aristoteles nahe kommt. Die Energie, so, wie sie heute von der Physik ‘enttarnt’ wurde, enthält alle Eigenschaften und Strukturen, die bislang über unsere Welt bekannt geworden sind. Natürlich stellt sich damit die Frage, ob die jahrtausende lange Gegenübersetzung von ‘Geist’ und ‘Materie’ nicht auch obsolet geworden ist. Einerseits war diese Gegenübersetzung gespeist von der schieren Unkenntnis über die ‘wahre Natur’ der Materie und auch durch eine weitreichende Unkenntnis über die Eigenschaften des menschlichen (bzw. auch des tierischen) ‘Geistes’. Ob der erlebbare ‘Geist’ dann letztlich auch nur eine der vielen Eigenschaften der Energie ist, folgt aus all den bekannten Tatsachen natürlich noch nicht unmittelbar.

  10. Hier kann eventuell die Entwicklung der modernen Gehirnforschung in Verbindung mit der Computerwissenschaft (Informatik) weitere interessante Hinweise liefern.

  11. Von der Gehirnforschung wissen wir, dass ein Neuron – bei aller Komplexität des molekularen und chemischen Aufbaus – letztlich an seinem Ausgang, dem Axonhügel, genau nur zwei Zustände kennt: Potential oder nicht Potential, Signal oder nicht Signal, An oder aus, 1 oder 0. Das Gleiche gilt für die Vielzahl der möglichen postsynaptischen Membranen als Gegenüber zu den Endstücken der anderen Neuronen, die ihre Axone zu den Neuronen senden: auch diese repräsentieren trotz all ihrer molekularen und chemischen Komplexität letztlich nur nur einen An- und Aus-Schalter, Signal an, Signal aus, 1 oder 0. Zudem ist ein Neuron auf molekularer Ebene eindeutig diskret.

  12. Bedenkt man, dass der Grundbegriff der modernen Berechenbarkeit, der letztlich auf Goedel (1931) und Turing (1936/7) zurückgeht, mit dem mathematischen Konzept der Turingmaschine einen Referenzmaßstab für Berechenbarkeit schlechthin gefunden hat, und deine Turingmaschine jedes beliebige Gehirn, sofern es binär schaltet und sich bis zu einem gewissen Grade strukturell während seiner Lebenszeit ‘umorganisieren’ kann (Wachstum, Plastizität), prinzipiell vollständig auf einer Turingmaschine simulieren lässt – vorausgesetzt, es gibt Menschen, die verstehen das Gehirn gut genug, um eine Beschreibung des Gehirns anfertigen zu können, die dann in eine Turingmaschine ‘gefüttert’ wird –, dann kann man dies als einen weiteren ‘Hinweis’ dahingehend deuten, dass sich die ‘geistigen’ Eigenschaften eines Gehirns mit beliebigen materiellen Strukturen simulieren lassen (das mathematische Konzept einer Turingmaschine lässt sich sowohl mechanisch wie elektronisch wie auch chemisch realisieren – oder noch ganz anders).

  13. Am Beispiel eines Experimentes mit einem selbst lernenden System, das aufgrund eigener Bedürfnisse ohne ‘Lehrer’ lernen kann, illustrierte der Vortragende dann, wie man mit einfachen mathematischen Mitteln sehr komplexe Prozesse beschreiben und dann auch realisieren kann.

  14. Es gab dann noch eine angeregte Diskussion, in der u.a. gefragt wurde, (i) was dies für die verbleiben de ‘Restzeit’ der Erde bedeuten würde; (ii) welche Konsequenzen dieses Bild für die Ethik hat, (iii) worin denn nun die Hilfe der Informatik für die Menschen besteht, (iv) ob damit denn der ‘Geist’ vollständig ‘wegreduziert’ sei. Die verfügbare Zeit reichte nicht aus, diese komplexen Fragen angemessen zu Ende zu diskutieren.

Überleitungsmusik Vortrag zu Diskussion

EXPERIMENTELLE HÖRBUCHFASSUNG

Der Beginner einer experimentellen Hörbuchfassung zu dem Vortrag findet sich hier: Teil 1-3 (4ff kommt noch)

ZUR GRAMMATIK DES SINNS (1)

(1) In dem Blogeintrag “Wir  sind nicht Nichts” wird sichtbar, dass wir allein durch die Tatsache, dass wir aktuell leben,
an einem  Geschehen teilhaben, das dessen Tragweite und Tiefe alles übersteigt, was wir normalerweise denken und
 kommunizieren.

(2) Der mögliche ‘Sinn’ dieses Geschehens, also ein möglicher ‘Zusammenhang’ zwischen all den vielen ‘Aspekten’ dieses
geradezu kosmischen Prozesses, enthüllt sich für uns Menschen –wenn überhaupt– zunächst nur als individuelles Erleben
 und Verstehen, d.h. als Erleben und Verstehen in einem einzelnen Menschen. Dies heisst NICHT, dass das Erleben und
Verstehen eines einzelnen Menschen die ’sinnbegründenden’ Sachverhalte allererst ’schafft’, sondern nur, dass diese
 ’sinnbegründenden’ Sachverhalte in dem Moment des Erkennens in diesem jeweiligen Erkennen ‘bewusst’ werden. ‘Bewusst’
werden kann nur etwas, was schon ‘da’ ist und in seinem Dasein ’so wirksam’ ist, dass es ein ‘Bewusstwerden’ bewirken kann.

(3) Darüberhinaus kann ein Sachverhalt, der eine ‘Bewusstwerdung’ auslösen kann, diese Bewusstwerdung in mehr als einem
einzelnen Menschen zugleich auslösen; ein Sonnenaufgang (oder Untergang) kann von vielen Menschen ‘gleichzeitig’
wahrgenommen werden, wenn Sie sich ‘im Moment des Geschehens’ an einem ‘geeigneten Ort’ befinden.

(4) Schon diese wenigen Gedanken lassem nebenbei erkennen, dass sich Bewusstwerdung bei Menschen mit ‘Körperlichkeit’ paart: unser Erleben setzt eine irgenwie geartete Körperlichkeit voraus, dazu eine ‘Raumstruktur’, und eine ‘Gerichtetheit’ von Ereignissen als
‘Jetzt’ und ‘Vor dem Jetzt’ (’vorher’, ‘vergangen’ als ‘Erinnerbares’).

(5) Aufgrund unserer ‘Lebenserfahrung’ wissen wir,  wie ‘unterschiedlich’ einzelne Menschen das allgemeine Leben trotz
der vielen strukturellen Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen erfahren können. Jeder ‘einzelne’ Mensch nimmt in der
Raumstruktur des Erlebens einen charakteristischen individuellen ‘Ort’ ein, von dem aus er die ‘umgebende Welt’ in
einer Weise erfährt, die sich absolut von der ‘Erlebnisspur’ eines anderen Menschen unterscheidet.

(6) Eine ‘individuelle Erlebnisspur’ enthält ‘externe’  und ‘interne’ Anteile: ‘extern’ insofern ‘etwas’ auf das
individuelle Erleben einwirkt, und ‘intern’, insofern diese Einwirkungen ‘Wirkungen hervorrufen’, die den einzelnen
Menschen in seinem ‘Erinnern’ und ‘Fühlen’ prägen.

(7) ‘Im’ Erleben des einzelnen Menschen ‘mischen’ sich die internen und externen Anteile kontinuierlich; je mehr
‘Erfahrung’ jemand hat, umso mehr beeinflussen die ‘vorhandenen’  internen Anteile die aktuell einwirkenden Anteile.
 Dies kann ‘hilfreich’ sein, wenn ‘bisherige Erfahrung’ das ‘aktuell Erlebte’ in ‘geeigneter’ Weise ‘einordnet’; dies
kann ‘hinderlich’ sein wenn die bisherigen Erfahrungen irgendwie ‘verzerrt’ sind und altuelles Erleben ‘falsch’
‘interpretiert’.

(8) Aufgrund unserer ‘Lebenserfahrung’ wissen wir ferner, dass es zwischen dem Erleben verschiedener einzelner Menschen
eine Art ‘Austausch’ durch ‘Kommunikation’ geben kann.

(9) Kommunikation besagt, dass verschiedene Menschen über ein ‘Zeichensystem’ (’Sprache’ L)verfügen, das in der Lage ist, Aspekte des individuellen Erlebens mittels ‘intersubjektivem (= externen) Zeichenmaterial’ so zu ‘repräsentieren’, dass ein individuelles Erleben A bestimmte Erlebnisse von A mit einer ‘Zeichenfolge’ Z so ‘enkodieren’ kann (enkodieren: A –> Z), dass ein anderes individuelles
Erleben B diese Zeichenfolge Z so ‘dekodieren’ kann (dekodieren: Z –> B), dass das Erleben in B eine ‘hinreichende Ähnlichkeit’ mit dem Erleben von A aufweist  SIMILARITY(Z(A),Z(B)).

(10)  Das grösste Problem in der zeichenbasierten (= ’sprachlichen’) Kommunikation ist die Herstellung dieser Ähnlichkeit SIMILARITY() sowie die ’subjektive Vergewisserung’, dass solch eine Ähnlichkeit in ‘hinreichendem Masse vorliegt.

(11) Da kein einzelner Mensch (unter ‘normalen’ Umständen),  in das Erleben eines anderen Menschen ‘direkt hineinschauen’ kann, kann sich kein einzelner Mensch so ohne weiteres ’sicher’ sein, dass der andere Mensch beim Gebrauch eines bestimmten Zeichenmaterials Z  (als Teil einer Sprache L) tatsächlich das ‘Gleiche’ ‘meint’ wie ‘er selbst’.

(12) Zu solch einer ‘Vergewisserung’ der ‘gemeinsamen Ähnlichkeit’ SIMILARITY() bedarf es ‘Formen von Interaktion’,
die ‘unabhängig’ von dem Zeicensystem (von der Sprache L) sind, die aber zugleich  geeignet sind, die ‘Vermutung einer Ähnlichkeit’ zu ‘unterstützen’. Dies berührt das Problem der ‘Entstehung von Sprache’: wie ist es möglich, dass Menschen neues Zeichenmaterial Z als Teil von L so ‘einführen’, dass sie ’sicher’ sein können, dass ‘alle Benutzer von L’ ‘das Gleiche’ ‘meinen’?

(13) Im Falle von ‘externen Ereignissen’, die ‘wiederholbar’ sind und die von allen Beteiligten ‘hinreichend ähnlich wahrgenommen werden können’, erscheint die Einführung einer ‘Verbindung’ von ‘erlebnisauslösendem Ereignis E’, ‘korrespondierendem Erleben Ph’ sowie ‘repräsentierendem Zeichen Z’ ansatzweise ‘nachvollziehbar’. Ein ‘Zeichen’ SYMB wäre dann diese komplexe Beziehung als ganzer, d.h. ein repräsentierendes Zeichen SYMB(E,Z,Ph) ist eine Beziehung zwischen E und Z und Ph, die als diese Beziehung ‘bewusst’ ist und als solche ‘erinnert’ werden kann (diese Überlegungen finden sich u.a. bei den grossen Semiotikern Charles S.Peirce und Charles Morris, aber auch schon bei früheren Philosphen der Scholastik und zumindest auch bei griechischen Philosophen).

(14) Man kann ahnen, dass die Realisierung eines solchen Zeichenbegriffs in der Praxis eine sehr komplexe ‘Maschinerie’ voraussetzt, dier hier vorläufig kein Thema sein soll (hier wären all die schönen Dinge einschlägig, die wir aus den Sprachwissenschaften kennen, der Psychologie, der Ethologie, den Neurowissenschaften, der Phonetik, der Anthropologie, der Automatentheorie usw.).

(15) Nehmen wir also an, dass Menschen in der Lage sind, repräsentierende Zeichen SYMB_i(E,Z,Ph) einzuführen, denen jeweils korrespondierende ‘erinnerbare interne Strukturen’ SYMB_i()_x entsprechen (’SYMB_i()_x’ wäre dann das repräsentierende Symbol i, das von dem Individuum x erinnert werden kann). Dann wäre ein Menschen A in der Lage, internes Erleben Ph, zu dem es ein erinnerbares repräsentierendes Symbol SYMB_i(_,Z,Ph)_A gibt, mittels eines kodierenden Zeichenmaterials Z zu ‘äussern’, und ein anderer Mensch B könnte mittels des Zeichenmaterials Z sein erinnerbares Zeichen SYMB_i(_,Z,Ph)_B ‘erinnern’. Er würde dann ‘annehmen’, dass das bei B durch Z induzierte Erleben Ph dem entspricht, was den A veranlasst hat, Z zu äussern.

(16) Schwieriger –bis unmöglich– wird es, wenn Menschen repräsentierende Zeichen für solches Erleben einführen wollen, dem keine direkten ‘intersubjektiven’ Ereignisse korrespondieren (was aber sehr umfangreich geschieht).

Zwischenergebnis 1:
(i) Individuelles Erleben ist möglich, weil es etwas dem Erleben Externes gibt, was dieses Erleben auslöst
(ii) Sofern die Einführung repräsentierender Zeichen gelingt, können Individuen Teile ihres Erlebens
durch solche Zeichen ‘kommunizieren’

(17) Was immer es an ’sinnrelevanten’ Zusammenhängen in dem für uns relevanten Teil des Kosmos geben mag, werden wir davon nur dann und nur soviel ‘erfahren’, insoweit diese Zusammenhänge unserem individuellen Erleben und unserer symbolischer Kommunikation  zugänglich werden. Sofern wir ein ‘Fehlen’ von Sinn in unserem Erleben und Kommunizieren konstatieren würden, würde dies zunächst nicht besagen, dass es keinen Sinn gibt, sondern nur, dass derjenige, der dieses Fehlen konstatiert, bislang nicht in der Lage war, sein Erleben  entsprechenden ’sinnstiftenden’ Sachverhalten in Berührung zu bringen.

(18) Ergänzend wäre anzumerken, dass der ‘Kontakt’ mit sinnstiftenden Sachverhalten sogar stattgefunden haben kann, dass aber die ‘Art und Weise’, wie dieses Erleben ‘kognitiv verarbeitet’ wurde, nicht in der Lage war, die  ’sinnrelevanten Anteile’ zu ‘erkennen’. Erkennen ist (man lese die entsprechenden Einträge im Blog) kein völlig automatischer immer gleichförmiger Prozess, sondern ein komplexes dynamisches Geschehen, das bei gleicher Wahrnehmungslage zu gänzlich unterschiedlichen Ergebnissen kommen kann, je nachdem, ‘wie’ jemand ‘aktiv denkt’.

(19) Eine Feststellung, dass ‘Sinn’ für uns ‘nicht möglich’ sei, ist unter Voraussetzung dieser Erkenntislage für uns prinzipiell nicht möglich. Wir können entweder nur feststellen, dass wir ‘noch nicht’ in der Lage sind, einen Sinn explizit zu benennen oder eben, dass uns bestimmte Sachverhalte als für uns ’sinnvoll’ erscheinen.

(20) Hier wäre jetzt zu klären ob und wieweit wir ‘mögliche sinnvollen Sachverhalte’ konkret, beispielhaft  identifizieren  können.

INTELLIGENZ (1)

(1) In der heutigen Welt erleben wir eine Inflation im Gebrauch der Wörter   ‘Intelligenz’, ‘intelligent’ und ’smart’. Im technischen Bereich sind immer mehr Produkte ’smart’ ohne dass jemand sich auch nur ansatzweise die Mühe macht, diese Sprechweisen zu rechtfertigen; man tut einfach so, als ob dies so sei.

(2) Die Wurzel des Redens über ‘Intelligenz’ ist aber das Erleben von Menschen, die Art und Weise wie wir als Menschen das Verhalten anderer Menschen im Vergleich zur umgebenden Natur erleben. In nicht wenigen Aspekten hebt sich das Verhalten des Menschen dadurch ab, dass wir einem Menschen ‘Absicht’ unterstellen, ‘Erinnerungen’, ‘Denken’, usw. Bestimmte dieser beobachtbaren Eigenschaften  zusammengenommen unterstellen wir, wenn wir von ‘Intelligenz’ sprechen.

(3) In dem Masse, wie wir gelernt haben, das eigene menschliche Verhalten besser zu verstehen und in den Gesamtzusammenhang des biologischen Lebens einordnen zu können, haben wir auch begonnen, verschiedenen anderen Lebensformen (Insekten, Säugetiere, …) zumindest Ansätze solcher Eigenschaften wie ‘Wahrnehmung’, ‘Erinnerung’, ‘Absicht’ usw. zu zusprechen.

(4) Abseits vom Verhalten von Menschen haben wir keine ‘Referenzmuster’ für ‘intelligentes Verhalten’. Wenn wir eine Maschine (Roboter) bauen und von ihr behaupten, sie sei ‘intelligent’ dann gewinnt diese Aussage höchstens Bedeutung durch Bezug auf vergleichbares Verhalten von Menschen; aber ohne diesen Bezug macht es keinen Sinn, von ‘Intelligenz’ zu sprechen. Der Begriff der Intelligenz’ unabhängig vom Menschen hat zunächst keine Bedeutung.

(5) Es ist vor allem die Psychologie, die sich mit dem beobachtbaren Verhalten von Menschen wissenschaftlich auseinandersetzt (im weiteren Sinne auch die allgemeinere biologische Verhaltensforschung (Ethologie)). Die Psychologie hat seit mindestens Sir Francis Galton  (1822 – 1911) und Alfred Binet (1857 – 1911) versucht, das als ‘normal’ anzusehende Verhalten der Mehrheit der Menschen (eines Jahrgangs) zum Massstab  zu nehmen, um damit das Verhalten eines jeden einzelnen ‘Bezogen auf dieses allgemeine Verhalten’ ‘einzuordnen’ (zu ‘messen’).

(6) Natürlich haftet jeder Auswahl von konkreten Verhaltensweisen etwas ‘Willkürliches’ an, dennoch stellt eine ‘Zusammenstellung’ der zu einer bestimmten Zeit in einer bestimmten Gesellschaft ‘üblichen Verhaltensweisen’ aber auch mehr dar als nur eine ‘bloss zufällige’ Anordnung.

(7) Seitdem die Psychologen begonnen haben, mit solchen (z.T. schon unterschiedlichen) Zusammenstellungen von Verhaltensweisen (’Testbatterien’) gezielt ‘Messungen’ vorzunehmen hat sich gezeigt, dass die Messergebnisse erstaunliche Konsistenzen aufweisen; ja, es lassen sich Prognosen über ‘Verhaltensweisen und Erfolge in der Zukunft machen’, die weit jenseits des ‘Zufälligen’ sind.

(8) Daraus kann man nicht folgern, dass die gewählten Verhaltensweisen die einzig ‘richtigen’ sind, die mit INTELLIGENZ korrelieren, aber man darf zurecht annehmen, dass die Strukturen, die mittels des beobachtbaren Verhaltens ‘indirekt’ gemessen werden, offensichtlich eine gewisse ‘Konsistenz’ aufweisen, die ‘hinter’ all der beobachtbaren Vielheit ‘am Werke’ ist.

(9) Wenn die Psychologie also von ‘Intelligenz’ spricht, dann bezieht sie sich auf kulturell stark repräsentative Verhaltensweisen, die man ‘messen’ kann und die in ihrer Gesamtheit einen Hinweis liefern, ob ein einzelner Menschen sich so verhält, wie der große ‘Durchschnitt’ (IQ=100) oder aber davon ‘abweicht’; entweder durch ‘geringere’ Leistung (IQ < 100)  oder durch ‘mehr’ Leistung (IQ > 100).

(10) Wichtig ist, dass die verschiedenen benutzten Verhaltenskataloge (Testbatterien) kein direkt beobachtbares  ‘Objekt’ Intelligenz definieren, sondern eher eine Art ‘Umschreibung’ von etwas darstellen, was man nicht direkt sehen, sondern nur indirekt ‘erschließen’ kann. Der psychologische Begriff der Intelligenz ist ein ‘theoretisches Objekt’, also ein ‘Begriff’ (Term), der durch formalen Bezug zu unterschiedlichen Messvorgängen eine ‘operationale’ Bedeutung besitzt. Was letztlich das beobachtbare (messbare) Verhalten erzeugt, ist damit in keiner Weise klar.

(11) In der Psychologie gab es eine Vielzahl von Deutungsansätzen, wie man das ‘hinter dem Verhalten’ liegende ‘Etwas’ denken sollte. Am meisten verbreitet ist jener Ansatz, der zwischen einer ANGEBORENEN und einer ERWORBENEN Struktur unterscheidet: die durch die Erbanlagen weitgehend bestimmte angeborene Struktur definiert eine MASCHINERIE der VERARBEITUNG, deren Qualität sich in der GESCHWINDIGKEIT und FEHLERFREIHEIT zeigt (man spricht hier oft von FLUIDER Intelligenz). Die erworbene Struktur ist jener WISSEN, jene ERFAHRUNG, die sich durch die Anwendung der Maschinerie ERGIBT, so zu sagen das ERGENIS VON VERARBEITUNG (man spricht hier oft von KRISTALLINER Intelligenz). Während die kristalline Intelligenz stark verhaltens- und umweltabhängig ist ist die fluide Intelligenz weitgehend genetisch determiniert.

(12) Ob und wieweit die theoretisch bedingten Spekulationen der Psychologen über die fluide und kristalline Intelligenz zutreffen muss letztlich die Neurowissenschaft, und hier insbesondere die Neuropsychologie, entscheiden. Diese untersuchen die ‘biologische Maschinerie’ des Gehirns und die Wechselwirkung mit dem Beobachtbaren Verhalten. Allerdings sind die Neurowissenschaften auf die Verhaltenstheorien der Psychologen angewiesen. Ohne die fundierten Untersuchungen des Verhaltens hängen die neurologischen Befunde buchstäblich ‘in der Luft’: was nützt die Prozessbeschreibung eines Neurons wenn man nicht weiss, auf welches Verhalten dies zu beziehen ist. Und da es beim Menschen auf komplexe Verhaltensweisen ankommt die das gesamte komplexe Gehirn voraussetzen, ist diese Aufgabe nicht ganz einfach zu lösen (aus theoretischen Überlegungen muss man davon ausgehen, dass wir diese Aufgabe mit den heute verfügbaren Gehirnen nicht vollständig werden lösen können).

(13) Intelligenz messen: der Beginn der empirischen Wissenschaften ging einher mit der Einsicht, dass man auf Dauer nur dann zu ‘objektiven’ Daten kommen kann, wenn man die Messprozeduren auf REFERENZOBJEKTE beziehen kann, die von den subjektiven Zuständen des einzelnen Beobachters UNABHÄNGIG sind. So kam es zur Einführung von Referenzobjekten für die Länge (m), das Gewicht (kg), die Zeit (s) usw. (die im Laufe der Zeit immer wieder durch neue ‘Versionen’ ersetzt wurden; z.B. die Definition der ‘Sekunde’ (s) oder der Länge (m)).

(13.1) Die Psychologen hatten im Fall der ‘Intelligenz’  ‘Referenztestverfahren’ eingeführt, die zwar unabhängig von den Gefühlen der Beteiligten waren, aber  es gab  kein unabhängiges Referenzobjekt INTELLIGENZ. Man erklärte einfach die MEHRHEIT der gerade lebenden Menschen zum STANDARD und verglich die zu ‘messenden Menschen’ so gesehen mit ’sich selbst’. Es war dann nicht wirklich überraschend, dass man im Laufe der Jahrzehnte feststellen musste, dass sich das REFERENZOBJEKT (nämlich die Leistung der ‘Mehrheit’) nachweisbar ‘verschob’. Ein IQ=100 war vor 50 –oder noch mehr– Jahren etwas anderes als heute!
(13.2) Das, was das Referenzobjekt INTELLIGENZ ’stabil’ macht, das ist seine genetische Determiniertheit. Das, was es flexibel/veränderlich macht, das ist die Modifizierbarkeit durch genetische Variabilität und individuelle Lernfähigkeit bzw. die kontinuierliche Veränderung der Umwelt durch den Menschen selbst, die als veränderte sekundäre Welt auf den Menschen zurückwirkt.
(13.3) Bei aller Kritik an den Unzulänglichkeiten der aktuellen Messmethoden sollte man aber festhalten, dass das bisherige Verfahren trotz allem ein Geniestreich war und die Psychologie geradezu revolutioniert hatte.
(13.4) Trotzdem stellt sich die Frage, ob man heute mit neueren Mitteln das Projekt der Erforschung der Intelligenz noch weiterführen könnte?

(14) Für die Psychologen ist es unmöglich, die dem beobachtbaren Verhalten zugrunde liegenden Strukturen ‘als solche’ direkt zu erforschen. Die Neurowissenschaftler können dies ansatzweise, indem sie reale Gehirne untersuchen, aber nur sehr limitiert; sie können nicht mit einem lebenden Gehirn wirklich Experimente machen (nur mit den Gehirnen von Tieren, und dies ist mehr und mehr ethisch äußerst fragwürdig!)

(15) Mit dem Aufkommen der Informatik entwickelten sich nicht nur theoretische Konzepte der BERECHENBARKEIT, sondern mehr und mehr auch eine TECHNOLOGIE, die es erlaubt, Berechnungsprozesse technisch zu realisieren. Dies wiederum ermöglicht die MODELLIERUNG und SIMULATION von nahezu beliebigen Strukturen und Prozessen, auch solchen, die BIOLOGISCHE Systeme modellieren und simulieren, einschließlich des GEHIRNS. Damit ist es prinzipiell möglich, zu jeder VERHALTENSWEISE, die in sogenannten Intelligenztests im Rahmen von TESTAUFGABEN gemessen werden, KÜNSTLICHE INTELLIGENZ (-STRUKTUREN) (KI := Künstliche Intelligenz, AI := Artificial Intelligence, CI := Computational Intelligence)  zu entwickeln, die in der Lage sind, genau diese Testaufgaben mit einem gewünschten IQ zu lösen. Auf diese Weise würde man eine ganze Kollektion von unterschiedlichen IQ-REFERENZOBJEKTEN erstellen können, die sich nicht mehr verändern und die –so wie das Kilogramm (kg), das Meter (m) oder die Sekunde (s)– dann als WIRKLICHE REFERENZOBJEKTE FÜR INTELLIGENZ dienen könnten. Es wäre dann  möglich, FORMEN VON INTELLIGENZ OBJEKTIV definieren zu können, die VERSCHIEDEN sind von der AKTUELLEN MENSCHLICHEN INTELLIGENZ. Auch könnte man damit den verschiedenen Formen TIERISCHER INTELLIGENZ mehr Rechnung tragen.

Körper - Emergenz - Kognition - Kognitiver Müll

(1) Der Mensch ist durch seinen Körper primär ein animalisches Wesen, ein Körper im Prozess der Körperwerdung als Teil des Biologischen.

(2) Dieser Körper zeigt Eigenschaften, Funktionen, die sich nicht aus den Bestandteilen des Körpers als solchen erklären lassen, sondern nur durch ihr Zusammenwirken (Emergenz) sowohl mit anderen Teilen des Körpers wie auch mit der umgebenden Körperwelt.

(3) Dies bedeutet,dass diese emergenten Eigenschaften und Funktionen eine wirkende Wirklichkeitsebene aufspannen, die als solche kein greifbares Objekt ist sondern nur als Veränderungsprozess (induziert Zeit) aufscheint.

(4) Eine Veränderung (Funktion) als solche ist kein Objekt, aber kann von einem intelligenten Wesen wahrgenommen und als bestimmbare Grösse gespeichert werden.

(5) Als erinnerbare Veränderung kann eine emergente Eigenschaft zu einem kognitiven Objekt in einem einzelnen Körper werden.

(6) Über symbolische Kommunikation kann solch ein kognitives Objekt bedingt kognitiv kopiert und damit verteilt werden.

(7) Die Gesamtheit der kognitiven Objekte (und ihre kommunizierten Kopien) können ein Gesamtbild ergeben von dem, was wir als ‘Welt’ wahrnehmen, erkennen und kommunizieren.

(8) Das biologische System als kognitiver Agent kann einer Vielzahl von körpereigenen Prozessen unterliegen, die die Speicherung und Erinnerung kognitiver Objekte beeinflussen. Das kognitive Objekt hat von daher immer nur eine begrenzte Ähnlichkeit mit denjenigen emergenten Eigenschaften, die zur seiner Entstehung geführt haben (alltagssprachlich: viele Menschen unterliegen psychologischen Einstellungen wie ‘Eitelkeit’, ‘Hochmut’, ‘Arroganz’, ‘Selbstfixierung’, ‘Ängsten’, ‘Minderwertigkeitsgefühlen’, ‘diversen Süchten’ usw., die in ihrer psychischen Kraft andere kognitive Wirkungsfaktoren so überlagern können, dass sie nahezu ‘blind’ werden für das, was wirklich ist. Nach und nach, ohne dass die Betreffenden es  merken, generiert ihre kognitive Maschinerie aufgrund dieser anderen Einflüsse ein ‘Bild von der Welt’, das  zunehmend ‘verzerrt’, ‘falsch’ ist. Die Möglichkeit, diese Verzerrungen ‘aus sich heraus’ zu erkennen sind sehr ungünstig; wenn nicht starke Ereignisse aus der Umgebung diese Systeme aus ihrer negativen Schleife herausreißen (wie?). Die Systeme selbst finden sich ganz ‘toll’, aber die kognitive Welt ‘in ihrem Kopf’ ist nicht die Welt, wie sie sich jenseits ’störender psychologischer Tendenzen’ zeigen kann und zeigt.

(9) Kognitive Agenten, deren Kommunikation stark verzerrenden Faktoren unterliegt und die innerhalb ihrer individuellen kognitiven Prozesse die Transformierung von Körper- und Aussenweltwahrnehmung ebenfalls verzerren, tendieren dazu, ein pathologisches Bild von sich und der umgebenden Welt aufzubauen, was sich immer mehr –und dann auch immer schneller– in einen verzerrten Zustand hineinbewegt, der dann diesem kognitiven Agenten immer weniger ‘hilft’ und immer mehr ’schadet’ (Selbstzerstörung durch verzerrtes Wahrnehmen und Denken).

(10) Aus diesem Blickwinkel erscheint die sogenannte moderne Informationsgesellschaft nicht nur als rein positiver Raum sondern auch potentiell sehr gefährlich, da die Verbreitung von verzerrten kognitiven Objekten leicht ist und die kommerzielle Nutzung von von verzerrten kognitiven Objekten  in der Regel einfacher und gewinnbringender ist als umgekehrt. Daraus würde folgen, dass überwiegend ‘geldorientierte’ Informationsgesellschaften sich im Laufe der Zeit selbst kognitiv so ‘zumüllen’, dass die wenigen nichtverzerrten kognitiven Objekte immer weniger auffindbar sein werden. Es entsteht ein Raum mit kognitiven Objekte, der als solcher verzerrt ist,  korrespondierend sind aber auch  alle kognitiven Räume in den Körpern der kognitiven Agenten selbst ‘verzerrt’. Dieser gesellschaftlich organisierten Dunkelheit zu entkommen ist für ein einzelnes kognitives System schwer bis unmöglich. Wohin immer es seine individuelle Wahrnehmung lenken will, es wird dann fast nur noch verzerrte kognitive Objekte vorfinden. Die Produktion von ‘Müll’ ist halt so unendlich viel einfacher; man muss sich um nichts kümmern und man denkt und redet einfach so drauflos…..es ist doch sowieso egal…..(sagt sich die ‘Ethik des (kognitiven) Mülls’). In einer ‘verzerrten Infomationsgesellschaft’ fühlt sich keiner schuldig, aber alle produzieren faktisch den Müll mit, der sich in der Verzerrung selbst legitimiert.

Alltagsdenken (1)

(1) Es gibt unterschiedliche Perspektiven, wie man das, was wir als ‘Denken’ bezeichnen, betrachten kann. Je nachdem, welche dieser Perspektiven wir wählen, ergibt sich ein ganz unterschiedliches Bild von diesem ‘Denken’.

(2) Die am weitesten verbreitete Betrachtungsweise ist wohl jene, die wir ALLTAGSDENKEN nennen.  Im Folgenden einige Annahmen zu diesem Alltagsdenken ‘im Normalfall’.

(3) Im Alltagsdenken nehmen wir an, daß es eine für alle Menschen  GEMEINSAME EXTERNE WELT gibt, deren EREIGNISSE wir WAHRNEHMEN können.

(4) Das, was wir wahrnehmen, ist uns BEWUSST.

(5) Wir ERLEBEN diese WAHRGENOMMENEN EREIGNISSE als etwas, das sich anhand von inhärenten EIGENSCHAFTEN (Qualia)  UNTERSCHEIDEN läßt (diese wahrgenommenen Ereignisse nenne ich technisch  ‘Phänomene’).

(6) Es wird zudem unterstellt, daß das, was wir WAHRNEHMEN, mehr oder weniger auch dem entspricht, was ‘da draußen’ IN DER WELT VORKOMMT.

(7) Wir können auch feststellen, daß das Phänomen Ph, das wir AKTUELL wahrnehmen, ÄHNLICH oder GLEICH einem Phänomen Ph*, das wir VORHER WAHRGENOMMEN hatten.

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Gedächtnis (Memory) kann Ereignisse ’speichern’

(8) Wir führen diese WIEDERERKENNBARKEIT darauf zurück, daß wir annehmen, daß wir ein GEDÄCHTNIS haben, das WAHRGENOMMENES irgendwie SPEICHERN und dann beim AUFTRETEN ÄHNLICHER EREIGNISSE wieder ERINNERT.

(9) Wir unterstellen auch, daß wir normalerweise über WENIGSTENS EINE SPRACHE verfügen, mit der wir ÜBER das, was wir WAHRNEHMEN, SPRECHEN können.

(10) Sofern wir über VORKOMMNISSE IN DER WELT sprechen, kann ein Beobachter (Observer, O)  nachvollziehen, was ein ANDERER MEINT, wenn er sagt, ich sehe jetzt etwas (das gemeinsam Wahrnehmbare), das ich Ph1 nenne. Oder wenn ein ANDERER sagt, daß er jetzt etwas sieht, das er Ph1 nennt, das er aber FRÜHER schon einmal gesehen hat.

(11) Dies alles setzt voraus, daß der BEOBACHTER und der BERICHTENDE MENSCH (der ANDERE) hinreichend ‘BAUGLEICH’ sind, daß sie hinreichend lang eine GEMEINSAME WAHRNEHMUNSGESCHICHTE haben und daß sie die GLEICHE SPRACHE sprechen. Ist eine dieser Voraussetzungen nicht erfüllt, funktioniert dieses Modell nicht (z.B. wenn der Beobachter farbenblind ist oder er siehr den anderen Menschen nur ganz kurz (ohne Vorgeschichte) oder er versteht dessen Sprache nicht).

(12)Spricht jemand über ERLEBNISSE IN SEINEM BEUSSTSEIN (Phänomene), die NICHT zugleich auch VORKOMMNISSE IN DER WELT sind, wird es schwieriger. Sofern die Phänomene ERINNERUNGEN von Vorkommnissen in der Welt sind ist es meist möglich, daß ein BEOBACHTER VERSTEHT, was der ANDERE MEINT wenn er über seine aktuellen PHÄNOMENE SPRICHT (z.B. die Erinnerung an ein rotes Auto, das man gemeinsam gesehen hatte). Handelt es sich aber um Phänomene (Erlebnisse), die KÖRPERINTERN verursacht sind (Z.b. irgendwelche BEDÜRFNISSE, irgendwelche GEFÜHLE), dann ist es nicht mehr so einfach, zu klären, ob der BEOBACHTER noch VERSTEHEN kann, was der ANDERE MEINT, wenn er DARÜBER SPRICHT. Sofern der ANDERE ‘Hunger’ hat und der BEOBACHTER –weil er ‘baugleich’ ist–, auch regelmäßig ‘hungrig’ ist, schaffen es erfahrungsgemäß beide, sich auf Dauer zu verständigen. Wenn der ANDERE aber irendwelche GEFÜHLE ‘empfindet’, die der BEOBACHTER so noch nie hatte, wird er niemals in der Lage sein, zu VERSTEHEN, was der ANDERE MEINT, wenn er so spricht.

(13) Es hat sich eingebürgert, solche Aussagen, die ÜBER Vorkommnisse IN DER WELT handeln (aktuell oder erinnert), EMPIRISCHE Aussagen zu nennen, und alle anderen SUBJEKTIVE.

(14) EMPIRISCHE Aussagen beziehen sich auf VORKOMMNISSE, die ALLEN MENSCHEN GEMEINSAM sein können, also Vorkommnisse in der ALLEN GEMEINSAMEN EXTERNEN WELT. In einem abgeschwächten Sinne kann man auch noch jene Aussagen hinzunehmen, die ÜBER Vorkommnisse sprechen, die aus dem BAUGLEICHEN KÖRPER WIEDERHOLBAR resultieren.

(15) SUBJEKTIVE Aussagen wären dann alle anderen. Sofern ein ANDERER irgenwelche Erlebnisse hat, die sich nicht mit wiederholbaren GEMEINSAMKEITEN in Beziehung setzen lassen, sind sie mit der Sprache nicht kommunizierbar. Hier beginnt entweder das INDIREKTE Sprechen oder gar die SPRACHLOSIGKEIT.
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Sprechen über Phänomene

Fitness - Materie - Geist

FITNESS

(1) Im Rahmen von GENETISCHEN ALGORITHMEN betrachtet man Mengen (= Populationen, POP) von Individuen (= I), wie diese sich im Laufe der ZEIT relativ zur vorgegebenen UMGEBUNG (E = ENVIRONMENT) ‘bewähren’.

(2) Das gröbste Raster für ERFOLG bzw. MISSERFOLG ist das Überleben in Form von Nachkommen (- NOT-DELETED) bzw. eben keine Nachkommen (+DELETED). Dasjenige Individuum, das nicht überlebt, kann sein ‘Programm’ nicht weiter ‘optimieren’.

(3) Hat ein Individuum Nachkommen (-NOT-DELETED) ist die Skala des Fitnesswertes (FIT), je nach Betrachtung, beliebig fein.

(4) Denn die NACHKOMMEN eines Individuums im Rahmen einer Population können zahlreicher (MORE OFFSPRINGS) sein als die von anderen Individuen, oder sie können an mehr verschiedenen Orten (MORE PLACES) lebensfähig sein, oder sie können sich gegen mehr Feinde länger schützen (MORE PROTECTION), oder sie können sich untereinander besser koordinieren (MORE COORDINATION), usw.

(5) Der genetische Algorithmus selbst kümmert sich NICHT darum, WELCHER Fitnesswert vorliegt, auch nicht WIE dieser zustande kommt. Er nimmt nur an, dass es EINEN GIBT. Von daher ist ein genetischer Algorithmus nur eine Methode, einen vorliegenden Fitnesswert bezüglich vorgegebenen Strukturen so zu VERRECHNEN, dass eine STRUKTUR-ÄNDERUNG entsteht, die das Verhältnis zur Umgebung möglichst ‘positiv’ beeinflusst. Betrachtet man ein Individuum formal als ein Input-Output-System, was mathematisch einer FUNKTION entspricht, dann ist ein genetischer Algorithmus eine von vielen OPTIMIERUNGSMETHODEN für Funktionen.

(6) Während die theoretischen Disziplinen, die Optimierungsmethoden benutzen, sich in der Regel mit den formalen (= mathematischen)  Eigenschaften der Optimierungsmethoden begnügen, stellt sich natürlich METATHEORETISCH (PHILOSOPHISCH) die Frage, WAS denn genau diese Fitnesswerte sind, die im Falle von biologischen Systemen zu deren Veränderungen im Laufe der Jahrmillionen bzw. Jahrmiliarden (!) beigetragen haben? Diese Frage ist nicht ganz ohne, da es zwar mittlerweile viele mathematische ‘Optimierungstheorien’ (auch im Gewande von ‘mathematischen LERNTHEORIEN’) gibt, aber KEINE dieser Theorien stellt sich der Frage nach der ‘Natur’ der Fitnesswerte. Im einfachen Fall eines konkreten LEHRERS (SUPERVISORS) bzw. von sogenannten TRAININGS-MENGEN reduziert sich die Frage auf das konkrete Verhalten dieses Lehrers bzw. auf die vorliegenden Trainings-ITEMS, doch ist die Frage damit in keiner Weise beantwortet. Den wer sagt uns, was die RICHTIGEN Antworten des Lehrers sind bzw. die RICHTIGEN Trainings-Items?

(7) In konkreten Optimierungs- bzw. Lerntheorien gibt man von daher immer ganz konkrete Szenarien (Umgebungen) so vor, dass die zu optimierenden Verhaltenseigenschaften von vornherein definiert sind. Im Falle biologischer Systeme gibt es keine expliziten LEHRMEISTER DER STRUKTUREN. Entweder ERWEIST sich eine bestimmte vorkommende Struktur als ÜBERLEBENSFÄHIG relativ zu einer VORGEGEBENEN UMGEBUNG oder nicht. In dem Moment, wo der ‘Beweis’ der Überlebensfähigkeit erbracht wurde wurde die überlebensfähige Struktur durch ihre Nachkommen ERSETZT. Dies bedeutet im WECHSELSPIEL zwischen vorgegebener Umgebung(zu der auch andere Populationen gehören können)  und dem individuellen Verhalten muss die individuelle Struktur es schaffen, sich so fortzupflanzen, dass die NACHKOMMEN (OFFSPRINGS) miteinander eine ähnliche Leistung erbringen können.

(8) Stellt sich die Frage, WO diese Strukturen herkommen, deren aktives Verhalten zu einer erfolgreichen Fortpflanzung führt? Dass es diese Strukturen gibt liegt offensichtlich an der grundlegenden Fähigkeit, die eigene Struktur (evtl. vermischt mit anderen Strukturen) zu VERERBEN. Das Vererben ist in sich ein hochkomplexer Prozess, den technische Systeme bis heute noch nicht beherrschen. Wie auch immer dieser beschaffen ist verlagert die Annahme eines VERERBUNGSMECHANISMUS die Frage nach dem HERKOMMEN der Strukturen aber nur.

(9) Grundsätzlich muss man wohl sagen, dass diese sich vererbenden Strukturen AUS der Umgebung GENOMMEN sind, MIT der sie in WECHSELWIRKUNG treten. Diese Strukturen fallen also nicht völlig ‘aus dem Rahmen’, sondern sie sind als solche vererbenden Strukturen ‘aus der Umgebung’ genommen und bleiben letztlich sogar ‘Teil der Umgebung’, auch wenn man sie in einer abstrahierenden Betrachtung von der Umgebung ‘gedanklich abtrennen’ kann. Unter anderem gewinnen Sie beständig ‘Energie’ aus der Umgebung, um das ‘Funktionieren’ ihrer Strukturen ‘aufrecht
zu erhalten’.

(10) Die Vielfalt der biologischen Strukturen, die bislang bekannt geworden sind, ist atemberaubend. Alleine heute –wo wir doch allenthalben ein großes rapides Artensterben verzeichnen– schätzen Biologen die Artenvielfalt z.B. im brasilianischen Regenwald ‘unter’ den Baumkronen auf einige Millionen, ‘in’ den Baumkronen –dem eigentlichen Lebensraum– vermutet man nach neuesten Untersuchungen aber noch viel mehr verschiedene Arten.

(11) Was immer also an konkreten biologischen Strukturen entstehen kann, es sind Strukturen, die ‘aus dem genommen sind’, was ‘vorgegeben’ ist, eben die ‘Erde’ mit ihren unterschiedlichen Substanzen angereichert mit Substanzen, die im Laufe der Zeit aus dem ‘umgebenden Weltall’ gekommen ist.

(12) Eine wichtige TEILSTRUKTUR der allgemeinen Struktur von biologischen Systemen sind die NEURONALEN Strukturen, die eine bio-chemische Signalverarbeitung ermöglichen. Damit kann eine biologische Struktur in ihrem ‘INNEREN’ Erregungszustände erzeugen, die WIRKUNGEN DER UMGEBUNG AUF DEN KÖRPER ‘KODIEREN’ bzw. es ist auch mögliche, KÖRPER-INTERNE Wirkungen und Vorgänge gleicherweise zu ‘Kodieren’. Zusätzlich ist es möglich WECHSELWIRKUNGEN zwischen diesen verschiedenen KODIERTEN WIRKUNGEN auch zu kodieren. Generell: KODIERTES kann WIEDER KODIERT werden. Damit sind die Grundlagen für KOGNITION gegeben: Welcher Wirkungen immer  von der Umgebung auf die Struktur des Individuums zu verzeichnen sind, welche Wirkungen immer innerhalb der Struktur des Individuums vorkommen können, mit dieser Technik der KÖRPER-INTERNEN KODIERUNG einschließlich der KODIERUNG DER KODIERUNG machen die biologischen Systeme eine Eigenschaft sichtbar, die sie quasi zu ‘AKTIVEN SPIEGELN’ der Umgebung macht, aus der sie kommen und deren Teil sie sind.

(13) Eine Folgerung aus dieser Überlegung (neben vielen anderen) ist die, dass die sogenannte MATERIE –was immer das im einzelnen sonst noch sein mag– offensichtlich das Potential besitzt, solche Kodierungsprozesse zu ermöglichen, die wir dann KOGNITION nennen. Inwieweit damit die alten Begriffe von  GEIST (griechisch PSYCHE und NOUS, hebräisch RUACH ) ihre vollständige Deutung gefunden haben, ist schwer zu entscheiden, da diese Begriffe keine klaren Definitionen besitzen. Sicher ist nur, dass die viele tausend Jahre währende Gegenübersetzung von GEIST  und MATERIE für sehr viele Bereich    unserer Welterfahrung vollständig irreführend ist. Alles, was wir bislang wissenschaftlich von ‘Geist’ wissen erweist sich bislang als eine Eigenschaft der ‘Materie’, aus der alles kommt. Allerdings ist das dann keine ‘Reduktion’ von etwas ‘Grösserem’ auf etwas ‘Kleineres’, sondern, wir müssen lernen, dass diese ‘Materie’ (was wissen wir bislang davon überhaupt?) offensichtlich erheblich komplexer ist, als die meisten Menschen sich bislang vorstellen konnten (oder wollten). Im übrigen ist die Idee einer GEIST-MATERIE in keiner Weise neu.

(14) Hier müssten jetzt allerlei Überlegungen zur Ethik, zu Normen etc. anknüpfen.

Grafik für Fitness

DER SUBJEKTIVE RAHMEN DER OBJEKTIVEN WELT

(1) Empirische Wissenschaft definiert sich normalerweise über Messoperationen. Alles, was sich mittels eines bestimmten Messverfahrens messen läßt, gilt als gemessener = objektiver Wert (z.B. ‘5 m’, ‘3.5 s’, ‘2.33 kg’, …).

(2) Die Ergenisse von empirischen Messungen M_Emp müssen unabhänig von der Person sein, die die Messung vornimmt, der Vorgang M als solcher muss wiederholbar sein und ‘unter gleichen Umständen’ sollte das Ergebnis reproduzierbar sein. Im übrigen sollte der Messvorgang auch ’standardisiert’ und die Messaparatur ‘zertifiziert’ sein.

(3) Messungen beziehen sich immer auf einen bestimmten ‘Zeitpunkt’ t (oder ein geeignetes Zeitintervall), auf ein bestimmtes ‘Raumgebiet’ R, geschehen unter bestimmten ‘Umgebungsbedingungen’ E und können in einer Sprache L_Measure protokolliert werden. (’Zeitpunkt’ setzt eine geeignete ‘Uhr’ voraus, die in ein international synchronisiertes Zeitsystem (UTC) eingebunden ist und ‘Raumgebiet’ setzt entsprechend eine international gültige ‘Ortung’ voraus; ‘Umgebungsbedingungen’ beruhen ebenfalls auf Messwerten  oder ‘Beobachtungen’. ).

(4) Messwerte als solche M_Emp_t_R_E sind isolierte Fakten ohne jeden Zusammenhang; sie liegen vor als Ereignisse im ‘intersubjektiven’ Raum, der allen Menschen mit einem ‘normalen’ Wahrnehmungsapparat zugänglich ist.

(5) Für einen einzelnen Menschen gibt es objektive Messwerte nur in der Form subjektiver Wahrnehmung! Nur als ‘Ereignis im Bewusstsein’ (:= Phänomen, Ph) hat ein Mensch Kenntnis von Messwerten. Entsprechendes gilt auch von dem objektiven Messvorgang M als solchem: was immer objektiv geschieht, der einzelne Mensch ‘weiss’ davon nur insoweit diese objektiven Ereignisse als subjektive Ereignisse Ph_M im Bewusstsein ‘irgendwie repräsentiert’ sind. Die subjektive Repräsentation von objektiven Messwerten kann bekanntlich ‘verzerrt’ oder ‘grob falsch’ sein.

(6) Empirische Messwerte M_Emp sind also –sofern Sie Teil eines subjektiven Wissens sind– immer zugleich auch Phänomene Ph_Memp.

(7) Generell gilt, dass alle Arten von Messwerten (zum Gehirn M_Emp_Brain, zum Körper M_Emp_Body, zu kulturellen Artefakten M_Emp_Culture, zur Erde M_EMP_Earth, usw.) für den einzelnen nur existieren, wenn sie Eingang in das Bewusstsein (Consciousness, Consc) der betreffenden Person gefunden haben, d.h. wenn die objektiven Messwerte als subjektive Phänomene vorliegen, also MEmp_Brain als Ph_MEmp_Brain, M_Emp_Body als Ph_M_Emp_Body, usw.

(8) Im Bewusstsein gibt es solche Phänomene, die aus Wahrnehmungen intersubjektiver Zusammenhänge stammen Ph_Emp und solche, die nicht aus intersubjektiven Zusammenhängen stammen –Ph_Emp. Ferner kann man grob unterscheiden zwischen jenen Phänomenen Ph_Concr, die ‘einzelne’ Fakten (wie z.B. Messwerte) repräsentieren, als auch solche Ph_Abstr, die ‘Abstraktionen’ von vielen möglichen einzelnen Fakten darstellen bzw. solche Ph_Rel, die ‘Beziehungen’ repräsentieren. Die abstrahierenden und beziehungsrepräsenterenden Phänomene sind –aus Sicht der subjektiven Wahrnehmung– quasi ‘Eigenleistungen’ des Bewusstseins. Vereinfachend kann man sagen, dass ‘abstrakte Modelle’ Ph_Mod  bzw. ‘abstrakte Theorien’ Ph_Th ‘Kompositionen’ von abstrakten Konzepten und Relationen darstellen.

(9) Eine über den isolierten Zeitpunkt und über das isolierte Raumgebiet hinausgehende ‘Bedeutung’ können Messwerte nur gewinnen, wenn man sie in abstrakte Konzepte und abstrakte Beziehungen ‘einbetten’ kann, wie sie ausschliesslich als subjektive abstrahierende und beziehende Phänomene vorkommen. Diese ‘allgemeineren’ Strukturen sind ‘rein subjektive’ Leistungen, die mit den Phänomenen aus dem intersubjektiven Raum (z.B. Messwerten) innerhalb des Bewusstseins eine ‘Symbiose’ eingehen. Hier stellen sich interessante Fragen nach einer möglichen ‘Konformität’ der subjektiven interpretierenden Strukturen (Modelle, Theorien) mit den isolierten empirischen Phänomenen (diese Problematik war/ist Thema verschiedener philosophischer ‘Wahrheitstheorien’ bzw. auch wissenschaftstheoretischer Diskussionen über die ‘Falsifizierbarkeit’ bzw.  der ‘Verifizierbarkeit’ von Theorien).

(10) Was man hier erkennen kann, ist die Tatsache, dass Begriffe wie ‘aussen’, ‘empirisch’, ‘objektiv’, ‘intersubjektiv’ usw. angeleitete Begriffe sind, sozusagen Hypothesen auf der Basis der subjektiven Wahrnehmung.

(11) Das Bewusstsein erscheint mit ‘fliessenden Grenzen’, ‘variierenden Inhalten’, ’schwankenden Strukturen’.

(12) Anhand von empirischen Daten zum Gehirn (die selbst als subjektive Erlebnisse vorliegen müssen, um gedanklich verarbeitet werden zu können), die mit Bewusstseinszuständen zeitlich korreliert werden, kann man Hypothesen über einen möglichen funktionellen Zusammenhang zwischen messbaren Gehirnprozessen und phänomenalen Gegebenheiten herstellen. Solche Daten deuten darauf hin (klare Erkenntnisse gibt es noch nicht), dass die bewussten Inhalte nur einen kleinen Teil der Ereignisse im Gehirn (und Körper) widerspiegeln. Ferner ist das, was repräsentiert wird, variable, dynamisch: im ‘Wachzustand’ sind es z.T.  andere Ereignisse, die ‘zugänglich’ sind als im ‘Schlafzustand’ oder in anderen ‘Bewusstseinsmodi’. Prinzipiell ist heutzutage nicht auszuschliessen, dass über Bewusstseinszustände auch solche Ereignisse partiell zugänglich sind, die klassischerweise als ‘vor-’ oder ‘unterbewusst’ bezeichnet werden.

(13) Bei der ‘Interpretation’ der Bewusstseinsinhalte ist es allerdings schwierig, diese ‘einzuordnen’ sofern sich die auslösenden Prozesse von einer klaren Zuordnung zu kontrollierbaren körperlichen oder interpersonalen Prozessen entfernen. Letztlich ist dann eine ‘Semantik’ nicht mehr rational herstellbar und damit jegliche Deutung ‘willkürlich’. Im Bereich der ‘Mystik’ gibt es in allen Religionen quer zu allen Kulturen Berichte von ‘Erlebnissen besonderer Art’ die, sofern sie sich nicht unterangebbaren Bedingungen reproduzieren lassen, subjektiv sehr ‘farbig’ sein können, die aber einer Deutung im Kontext einer ‘Welterklärung’ unzugänglich sind.

(14) Audio-Datei: Hier

Epistemology of the Consciousness

Selbstbewusstsein - Bewusstseinsinhalte - Schlüssel zur Welt

(1) Wenn wir davon ausgehen, dass das Selbstbewusstsein eine Funktion des Gehirns ist, dann muss mit jedem wahrnehmbaren Aspekt des Selbstbewusstseins ein neuronaler Prozess korrelieren (Üblicherweise spricht man bei Phänomenen des Selbstbewusstseins von ‘mentalen’, ‘phänomenalen’, ‘psychischen’ oder ‘geistigen’ Phänomenen).

(2) Da die gleiche Funktion von unterschiedlichen Strukturen realisiert werden kann muss die Zuordnung von  ‘geistigen’ Phänomenen zu korrelierenden neuronalen Strukturen nicht eindeutig sein.

(3) Viele Fakten sprechen dafür, dass die ‘mentalen’ Phänomene nicht einer einzelnen neuronalen Struktur zugeordnet sind, sondern sehr vielen verschiedenen neuronalen Strukturen gleichzeitig.

(4) Die konkrete aktuelle Zusammensetzung jener neuronalen Substrukturen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt mit dem  ‘Selbstbewusstsein’ korrelieren, ist ‘dynamisch’, d.h. sie verändert sich beständig, abhängig von körperlichen Zuständen und wahrgenommenen Umgebungsmerkmalen.

(5) Neben den veränderlichen physiologischen und sensorisch erfassbaren Umweltzuständen ist das Gehirn grundsätzlich ‘lernfähig’; dadurch verändert sich das Gehirn beständig und ist zu keinem Zeitpunkt im gleichen Zustand wie vorher.

(6) Bis zum Tod des Trägerorganismus ist das Gehirn ferner dem ‘ontogenetischen’ Prozess unterworfen; dies impliziert Wachstumsprozesse, die niemals vollständig zum Stillstand kommen.

(7) Die individuelle Ontogenese ist eingebettet in die ‘Phyologenese’ der betreffenden Art. Diese beinhaltet evolutionäre Elemente, die zur Veränderung des grundlegenden genetischen Bauplans mit beitragen.

(8) Zu keinem Zeitpunkt sind alle neuronalen Substrukturen gleichzeitig im Selbstbewusstsein präsent.

(9) Was Inhalt des Selbstbewusstseins sein kann hängt von seinen verschiedenen ‘Modi’ ab: ‘Wachzustand’, ‘Schlafzustand’, ‘Träumen’, ‘Meditieren’, ”Ekstase’, und vieles mehr. Alle diese verschiedenen Bewusstseins-Modi weisen charakteristische reproduzierbare Eigenschaften auf, durch die sie sich unterscheiden lassen.

(10) Abhängig von den verschiedenen Bewusstseinsmodi ändern sich die ‘Bewusstseinsinhalte’.

(11) Während schon im Wachzustand der ‘Schluss’ von einem bestimmten ‘Bewusstseinsinhalt’ auf eine ‘Eigenschaft der umgebenden Welt’ nicht unproblematisch ist und immer überprüft werden muss, stellt sich die Frage des Zusammenhanges zwischen einem Bewusstseinsinhalt und einer darüber hinausweisenden (transzendenten) Realität jenseits des Bewusstseins im Falle der anderen Bewusstseinsmodi  verschärft. Selbst schon die Frage, welchem Bewusstseinsinhalt welcher körperliche Vorgang korrespondieren kann ist in der Regel nicht leicht zu beantworten.

(12) Die Fähigkeit des Gehirns, zu ‘lernen’, indem Wahrnehmungsmaterial zu allgemeineren Mustern (Modellen) verarbeitet werden, die zu späteren Zeitpunkten benutzt werden können, um aktuelle Wahrnehmungsmuster zu ‘interpretieren’, ist einerseits eine große Hilfe, kann aber auch zur ‘Last’ werden, wenn aktuelle Wahrnehmungsmuster ‘falsch’ gedeutet werden (dies bezieht sich sowohl auf ‘Deutung’ der ‘umgebenden’ Welt wie auch auf Deutungen des ‘Ich’, d.h. des ‘eigenen Organismus’).

(13) In den ‘Inhalten’ des Bewusstseins zusammen mit den ‘Formen des Auftretens’ reproduzieren sich die grundlegenden ‘Verarbeitungsweisen’ der zugrunde liegenden neuronalen Strukturen. Diese waren –aus der Innensicht des Bewusstseins– immer wieder Gegenstand erkenntnistheoretischer Analysen im Rahmen der klassischen Philosophie (z.B. Descartes, Locke, Hume, Kant, Berckeley, usw.). Besonders die Überlegungen von Kant in seiner ‘Kritik der reinen Vernunft’ erscheinen auf der Basis der modernen Hirnforschung und Neuropsychologie in neuem Licht.

(14) Während eine Aufklärung dahingehend, wie welche neuronale Strukturen alle diese komplexen mentale Phänomene erzeugen können sicher mehr als spannend ist (und ganz in den Anfängen steckt), kann diese interessante Problemstellung möglicherweise aber ablenken von der viel fundamentaleren Fragestellung, warum und wieso sich diese komplexen geistigen Strukturen aus den bekannten materiellen Strukturen ‘herausbilden’ können und was dies wiederum für das Ganze des Kosmos sagt.

(15) Nachdem die modernen Wissenschaften die klassischen Ausdrucks- und Interpretationsformen der religiösen Erlebnis- und Erfahrungsformen der Menschheit einige zeit ‘hinter sich’ gelassen hatte, scheint es nun so zu sein, dass es gerade die ‘vorderste Front’ der modernen Wissenschaften ist, die die Fragen nach dem ‘Gesamtzusammenhang’ des Kosmos mit einem ‘innewohnenden geistigen Prinzip’ von neuem geradezu aufzwingt: diese mögliche neue ‘Kosmologie’ nimmt dabei die ‘alte’ ‘theologia naturalis’ in sich auf und macht die lang gepflegte Gegenübersetzung von ‘Wissenschaft’ und ‘Theologie’ obsolet. Visionen wie die von z.B. Teilhard de Chardin –wenngleich mit Modifikationen– könnten eine nachträgliche Rechtfertigung bekommen.

(16) Das gern gepflegte Stereotyp von der ‘ich-zentrierten westlichen Rationalität’ gegenüber der ‘ich-freien östlichen Spiritualität’ würde in diesem Zusammenhang auch als überholt eingeordnet werden innerhalb eines dynamischeren Konzeptes von ‘Bewusstsein’, ‘Geist’ und ‘Materie’ (zumal auch innerhalb der westlichen Mystik (jüdisch, christlich und muslimisch!) die ‘Auflösung’ des ‘Ich’ innerhalb einer dynamischen Einheit von ‘Schöpfer und Geschöpf’ schon immer bekannt war, wenngleich von der institutionalisierten Religion in Form von institutionellen Hierarchien  mehr unterdrückt als gefördert wurde).

(17) Audio-Datei: Hier

Consciousness as part of the brain