MEMO PHILOSOPHIE JETZT – WERKSTATTGESPRÄCH – 27.November 2016

EINLADUNG

  1. Entsprechend der Einladung war das Thema dieses Treffens dieses Mal nicht das Fühlen (im philosophischen Sinne), sondern das Denken, unser eigenes Denken.

EINSTIMMUNG

  1. Jeden Tag benutzen wir unser Denken, indem wir mit anderen direkt kommunizieren oder indem wir jemandem etwas schreiben oder von jemand anderem etwas lesen/ hören.
  2. Aber was tun wir da, wenn wir mit anderen direkt kommunizieren?
  3. Die Frage ist nicht neu und hat schon viele Menschen vor uns bewegt.
  4. In einem kleinen historischen Blitzlicht wurde anhand wichtiger Philosophen und Denkern ein Zeitstrahl eingeblendet, der von Platos Geburt bis zur Gegenwart reichte (siehe Bild 1).
Zeittaffel von Plato bis zur Gegenwart

BILD 1: Zeittaffel von Plato bis zur Gegenwart

  1. Aus der Breite der (antiken) griechischen Philosophie waren stellvertretend nur die Namen der beiden bekanntesten griechischen Denker Plato und Aristoteles angeführt. Es dauerte ca. 600 – 800 Jahre, bis einige wenige Werke von Aristoteles im römischen Reich eine Übersetzung fanden, die bis ins Mittelalter wirkten.
  2. Im Mittelalter – hier abgebildet in der Spanne zwischen ca. 735 und 1360, also ca. 600 Jahre – gab es erst die Phase der direkten Aufnahme der wenigen aristotelischen Texte (zusammen mit Werken von Porphyr, Victorinus und Boethius); aus der intensiven Kommentierung entstanden zunehmend eigene, neue Positionen, die am Ende des 14.Jahrhunderts zu dem führte, was dann später neue empirische Wissenschaft, neue Logik und Mathematik bzw. neue Philosophie genannt wurde.
  3. Der Überblick machte dann einen Sprung in die letzten 150 Jahre bis zur Gegenwart.
  4. Der Überblick beginnt mit Bréal, der als Begründer der Idee einer Semantik gilt, der Lehre von der sprachlichen Bedeutung. Aus der Vielzahl der hier einschlägigen Denker und Denkerinnen folgt eine Auswahl der besonders bekannten Namen (teilweise mit Angabe der hier einschlägigen Werke).
  5. Allerdings, wie neuere Studien zum Mittelalter zeigen, sind viele der Ideen, die heute als neu daher kommen, im Mittelalter zumindest angedacht worden. Während im neuzeitlichen Denken des 20.Jahrhunderts die formalen Aspekte des Denkens und Sprechens stark bis fast vollständig von den assoziierten Inhalten (Bedeutungen) losgelöst erscheinen, hat das Mittelalter noch versucht, die Ausdrucksstrukturen und die Logik in ihrer intensiven Wechselwirkung zu denken. So sind z.B. die google-Algorithmen zur Analyse von Texten (und Bildern und …) heute ausschließlich an den formalen Ausdruckselementen orientiert; ein Bezug zu assoziierten Bedeutungen, wie sie jeder normale Sprecher-Hörer benutzt, fehlt vollständig. Dieser Bezug ist mit den bekannten Algorithmen auch nicht zu bekommen.
  6. Nach dieser blitzlichtartigen Einbettung der aktuellen Situation in den übergreifenden Denkkontext gab es die ‚individuelle Fühlpause‘ (manche nennen dies Meditation). Jeder konnte für sich – wie auch immer – 20 Min meditieren und sich anschließend Notizen machen.
  7. Wir stiegen dann in die erste Diskursrunde ein.(Siehe Bild 2)
PhJ Werkstattgespraech 27.November 2016 im INM - Gedankenskizze

BILD 2: PhJ Werkstattgespraech 27.November 2016 im INM – Gedankenskizze

START MIT EINER ÄUSSERUNG

  1. Für das gemeinsame Gedankenexperiment gab es zwei Leitfragen, von denen wir letztlich nur die erste ansatzweise bearbeiten konnten: FRAGE1: WIE HÄNGT EIN SPRACHLICHER AUSDRUCK MIT SEINER BEDEUTUNG ZUSAMMEN?
  2. Das Experiment begann damit, dass ein Teilnehmer aus der Runde spontan eine Äußerung macht: „Es ist behaglich“.
  3. Anhand dieser sprachlichen Äußerung entwickelte sich ein lebhaftes und intensives Gespräch, in dem jeder immer neue Aspekte beisteuerte.
  4. Wie man aus dem Bild 2 entnehmen kann, gab es zunächst mal Äußerungen von anderen TeilnehmernInnen, wie man diese anderen es formuliert hätten (siehe Bild 2).
  5. Daraus ergab sich, dass eine aktuelle, konkrete Äußerung in Beziehung zu setzen ist zum jeweiligen Sprecher bzw. Hörer. Je nach Sprecher empfindet dieser den Raum mit seiner für alle gleichen Temperatur entweder zu warm (also nicht behaglich), gerade richtig (z.B. behaglich) oder ganz anders.
  6. Außerdem empfanden manche Teilnehmer als Hörer die Allgemeinheit des Ausdrucks („Es ist“) zu vage. Lieber hätten sie gehört, dass der Sprecher das konkreter sagt, mehr über sich selbst („Ich empfinde es…“), was dem Hörer eher die Möglichkeit gibt, die Situation einzuschätzen. In der allgemeinen, unbestimmten Formulierung konnte es klingen, als ob der Sprecher für sich in Anspruch nimmt, auch für die anderen zu sprechen. Das fordert evtl. Widerspruch heraus…
  7. Dann wurde darauf aufmerksam gemacht, dass die Art der sprachlichen Äußerungen unterschiedliche Muster zulässt. Neben sachlicher Feststellung/ Behauptung gibt es auch einfache Ausrufe, Fragen, Befehle, Versprechen usw.
  8. Weitere Aspekte kamen ins Spiel: die Körpersprache des Sprechers. Wie steht diese im Verhältnis zu dem, was er sagt.
  9. Mit Beispielen aus eigenen Sprecherfahrungen wurde thematisiert, wie jemand von ganz vielen verschiedenen Gewohnheiten, Regeln, gesellschaftlichen Erwartungen in seinen Äußerungen gesteuert sein kann. Der Begriff der Rolle wurde eingeführt. Die Gesamtheit der wirkenden Regeln und Erwartungen können in der jeweiligen Situationen normativ wirken: jemand hat in einer bestimmten Situation bestimmte Gefühle, muss aber als Elternteil in diesem Moment eine gewisse Verantwortung wahrnehmen, entsprechend ein Therapeut in einem Beratungsgespräch, ein Lehrer in einer Unterrichtssituation, usw.
  10. Angeregt von Wittgenstein brachte ein Teilnehmer auch das Wort Sprachspiel in den Diskurs ein. Eine einzelne isolierte sprachliche Äußerung allein ist oft/ meistens nicht verständlich ohne die Einbettung in die Situation, ohne das Wechselspiel zwischen den Beteiligten, ohne dass alle Beteiligten in der Situation bestimmten (unterstellten) Regeln folgen.
  11. Ferner spielt der zeitliche Ablauf eine Rolle: was war vorher? So erwähnten einige TeilnehmerInnen, dass sie die vorausgehende individuelle Fühlzeit (Meditation) als sehr angenehm, beruhigend, entspannend erlebt hatten und danach ganz anders in den Diskurs eingestiegen sind.

DENKEN ÜBER DAS DENKEN

  1. Dies führte im Verlauf der zweiten Diskursrunde dann zum Versuch, das bislang Gesagte aus einer mehr reflektierenden Position nochmals zu betrachten. Anhand der Frage 1 gab es mehrere Anregungen des Gesprächsleiters, die Erzählperspektive des Teilnehmers mal zu verlassen und über den Diskurs zu reden. Erst als im unteren Teil von Bild 2 Ansätze einer theoretischen Modellbildung skizziert wurden, in der der Sprecher-Hörer als ein abstrakter Kreis erschien, der verschiedene sinnliche Wahrnehmungen hat, verschiedene Motive/ Interessen sowie unterschiedliche Erinnerungen/ erworbene Kompetenzen, setzte sich ansatzweise der Gedanke durch, dass die Ausdruckselemente (gesprochene Laute, geschriebene Zeichen, bestimmte Gesten,…) nicht automatisch, von vornherein, mit etwas anderem, dem, was dann Bedeutung verleiht, assoziiert sind. Man kann etwas sehen (einen Tisch im Zimmer) und etwas hören (einen sprachlichen Ausdruck ‚Tisch‘). Ohne dass man notwendigerweise den gesprochenen Ausdruck ‚Tisch‘ mit einem gesehenen Objekt (Tisch) assoziiert. Allein die Vielzahl der unterschiedlichen Sprachen zeigt, dass der deutsche Ausdruck für Russen, Chinesen, Spanier, Nigerianer, …. nicht zwingend ist. Sie haben das Problem anders gelöst.
  2. Ein Teilnehmer betonte mehrfach, dass man das Sprachgeschehen nicht in seine Bestandteile auflösen könne/ sollte, da man es ansonsten nicht verstehen würde. Mit Hinweis auf das (noch sehr primitive) Modell wurde erläutert, dass das sich Bewusstmachen der unterschiedlichen Komponenten, die in der interne Maschinerie des Sprecher-Hörers (letztlich im Gehirn) solch ein dynamisches Verhalten ermöglichen, kein Gegensatz sein muss zu einem holistischen Blick auf ein dynamisches Sprachgeschehen, eingebettet in Situationsfolgen. Das Zustandekommen von Assoziationen der unterschiedlichsten Arten in komplexen Handlungsfolgen ist gerade der Kern dessen, was man Lernen nennt. Im Lernprozess fließen alle diese unterschiedlichen Komponenten zusammen (aber nicht zwangsweise!).

AUSBLICK MIT FRAGEN

  1. Gegen Ende stellten sich dann viele neue Fragen.
  2. Z.B. die Frage nach den realen, konkreten Objekten in der Sprechsituation und der Frage, ob und wie diese als abstrakte Objekte im Kopf sein können, auch wenn sie in der konkreten Situation nicht mehr vorkommen. (So kann man ja über Gegenstände, Objekte auch in ihrer Abwesenheit sprechen).
  3. Eng damit zusammenhängend die Frage nach allgemeinen Begriffen. Wir reden von Tischen, jeder konkrete Tisch ist aber anders; entsprechend Begriffe wie Stuhl, Tasse, Mensch usw.
  4. Andere Fragestellungen ergaben sich aus dem Eindruck, dass sich die Sprache verrohen würde, vereinfachen.
  5. Oder: welche Bedeutung kommt der Handschrift zu? Kann man auf sie verzichten ohne negative Wirkung auf das Sprachvermögen/ das Sprachverstehen?
  6. Schließlich der Wunsch, dass die einzelnen noch mehr Beispiele aus ihrer persönlichen Sprachlerngeschichte beisteuern, da die Beispiele, die während des Gesprächs spontan erzählt wurden, sehr aufschlussreich waren.

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DONALD A.NORMAN, THINGS THAT MAKE US SMART – Teil 4

Diesem Beitrag ging voraus Teil 3.

BISHER

In den vorausgehenden Teilen wurden bislang zwei Aspekte sichtbar: einmal die ‚Menschenvergessenheit‘ in der Entwicklung und Nutzung von Technologie sowie die Einbeziehung von ‚wissensunterstützenden Dingen‘ sowohl außerhalb des Körpers (physisch) wie auch im Denken selber (kognitiv). Ferner hatte Norman die Vielfalt des Denkens auf zwei ‚Arbeitsweisen‘ reduziert: die ‚erfahrungsorientierte‘ Vorgehensweise, ohne explizite Reflexion (die aber über ‚Training‘ implizit in die Erfahrung eingegangen sein kann), und die ‚reflektierende‘ Vorgehensweise. Er unterschied ferner grob zwischen dem Sammeln (‚accretion‘) von Fakten, einer ‚Abstimmung‘ (‚tuning‘) der verschiedenen Parameter für ein reibungsloses Laufen, Schreiben, Sprechen, usw., und einer Restrukturierung (‚restructuring‘) vorhandener begrifflicher Konzepte. Ferner sieht er in der ‚Motivation‘ einen wichtigen Faktor.

WEITER

1) Im folgenden Kapitel macht er nochmals deutlich, dass der menschliche Geist ohne externe Hilfsmittel sehr beschränkt, sehr hilflos ist. (vgl. S.43) Die primären erweiternden Technologien sieht er im Lesen (was Texte voraussetzt) und Schreiben (was Schreibmöglichkeiten voraussetzt, Zeichensysteme).(vgl. S.44). In diesem Sinne wiederholt Norman die These, dass es ‚Dinge‘ sind, die uns ‚intelligent machen‘ („It is things that make us smart“ (S.44)).
2) Mit Bezug auf Susan Noakes nimmt Norman an, dass es im Mittelalter unter den ‚Intellektuellen‘ üblich war, Geschriebenes (ergänzt um Gemaltes, Kommentiertes) nicht einfach ‚runter zu lesen‘, sondern mit dem Geschriebenen in einen Dialog zu treten, zu hinterfragen, zu befragen, zu kommentieren. (vgl. S.46)

REPRÄSENTATION

3) Norman wird dann konkreter. Ausgehend von der Kommunikation mittels Zeichen (’symbols‘) führt er die Unterscheidung ein zwischen dem Zeichenmaterial (Klang, Geste, Schriftzeichen,….) und dem, worauf es sich bezieht (‚refers to‘). In einer solchen Zeichenbeziehung kann man sagen, dass das Zeichenmaterial das Bezeichnete ‚repräsentiert‘ (‚represents‘). (vgl. S.47)
4) Zusätzlich zum repräsentierenden Zeichenmaterial und dem Bezeichneten führt Norman noch ein Drittes ein, die ‚Abstraktion‘ (‚abstraction‘). Unser Denken ‚abstrahiert‘ aus dem Wahrgenommenen einen Bündel von Eigenschaften, das dann kognitiv das auslösende Objekt repräsentiert, und auf dieses Abstraktum bezieht sich dann das Zeichenmaterial, also OBJ_real —> ABSTR_cogn —> ZCHN_real.(vgl. S.47) Allerdings können auch reale Objekte genutzt werden, um bestimmte Eigenschaften von anderen realen Objektven zu repräsentieren, also OBJ_real —> ABSTR_real —> ZCHN_real. (vgl. S.48) Wichtig ist, dass die Abstraktionen verschieden sind von den Objekten, die sie repräsentieren und dass sie Vereinfachungen darstellen, Hervorhebung von interessierenden Eigenschaften, die in gewissen Sinne Manipulationen zulassen, um mögliche potentielle Kombinationen dieser Eigenschaften rein gedanklich zu untersuchen.(vgl. S.49)
5) Norman differenziert dann nochmals weiter: er unterscheidet (i) zwischen der Welt, die repräsentiert werden soll (Objekte, Konzepte), (ii) einer Welt von Symbolen (= Zeichenmaterial), und (iii) einem Interpreten (I), der die Beziehung (‚relationships‘) zwischen dem Bezeichneten (O) und dem Bezeichnendem (S) verwaltet. Man müsste also minimal schreiben I: O —> S der Interpreter I bildet Objekte auf Symbole ab und umgekehrt I: S —> O. Wobei das gleiche Objekt o in O verschiedene s_i in S meinen kann und umgekehrt.(vgl. S.49f, S.259f).
6) [Anmerkung: Norman zitiert ja generell fast gar nicht die Quellen, die er benutzt. Hier ist es aber besonders ärgerlich, da er mit dieser Begrifflichkeit den Bereich der Semiotik (Semiotics) betritt, in dem es viele Publikation zum Thema gibt. Die von ihm benutzte Terminologie I,O,S findet sich ziemlich genau bei Peirce wieder, aber auch bei vielen anderen Semiotikern, z.B. Saussure oder Morris.]
7) [Anmerkung: Letztlich bleiben diese Begriffe aber alle etwas vage und unscharf. Das zeigt sich an vielen konkreten Beispielen. Wenn er z.B. eine Skizze als Repräsentation einer realen Szene (=O) als eine Art Modell (Mod(O)) benutzt, die auch in Abwesenheit der realen Szene benutzt werden kann (dann als S), um über die reale Szene zu sprechen. Andererseits kann die Skizze selbst ein Objekt (=O) sein, auf das andere Symbole (S) Bezug nehmen. Nur der jeweilige Interpreter (=I) kann entscheiden, welche Beziehung gerade vorliegt. Ebenso können wir uns von realen Szenen (=O) (oder auch von Skizzen von realen Szenen!) rein abstrakte Konzepte bilden, die diese Objekte repräsentieren (=Abstr(O)). Diese abstrakten Konzepte sind keine Symbole (S). Sie können aber in Abwesenheit von den realen Objekten als Quasi-Objekte für Symbole benutzt werden (z.B. verschiedene reale Objekte, die wir als ‚Stühle‘ bezeichnen erlauben die Bildung eines abstrakten Konzepts von ‚Stuhl_abstr‘. Die Bedeutung des Wortes (= Symbols) ‚Stuhl‘ ist dann kodiert in der Abstraktion ‚Stuhl_abstr‘ mit Bezug auf die auslösenden realen Stuhl-Objekte. Dies alles würde folgende Verallgemeinerung nahelegen: (i) es gibt ‚auslösende Objekte (O)‘, um Abstraktionen auszulösen, die entweder als reale Strukturen realisiert werden Abstr_real(O) oder als rein gedankliche, kognitive Abstraktionen Abstr_cog(O). Bei realen Abstraktionen Abstr_real(O) spricht man oft auch von ‚Modellen‘. Symbole (S) im Sinne von Zeichenmaterial kann sowohl auf reale Objekte direkt Bezug nehmen als I: S —> O oder – was im Falle der Sprache üblicher ist – indirekt durch Bezugnahme auf Abstraktionen I: O —> Abstr_x(O) und I: Abstr_x(O) —> S. In Grenzfällen kann eine reale Abstraktion Abstr_real(O), also ein Modell Abstr-real(O) = Mod(O), auch als Symbol für ein reales Objekt dienen, also I: Abstr_real(O) = S —> O. Hier eröffnen sich sehr viele weitere Fragen, auf die später noch eingegangen werden soll.]
8) [Anmerkung: Warum Norman ein Modell Mod(O) eines realen Objektes (O) nicht nur als ‚Repräsentation‘ des realen Objektes bezeichnet, sondern zugleich auch als ‚Metarepräsentation‘ (‚representation of a representation‘) erschließt sich mir nicht.(vgl. 51) ]
9) Andererseits gibt es natürlich die Möglichkeit, mit Hilfe von realen Abstraktionen (Skizzen, Diagrammen, Formeln,…) Zusammenhänge sichtbar zu machen und zu ’speichern‘, die ohne solche realen Abstraktionen nur schwer oder gar nicht ‚gedacht‘ werden könnten, und diese Abstraktionen können durch Bezugnahmen untereinander immer ‚höhere Ordnungen‘ (‚higher order‘) von Abstraktionen bilden.(vgl. S.51)
10) [Anmerkung: Diese Fähigkeit der Bildung von ‚Abstraktionen höherer Ordnung‘ setzt voraus, dass jede Abstraktion Abstr_x() zu einem ’neuen Objekt‘ wird, also zu einem ‚Objekt höherer Ordnung‘. Also O —> Abstr_x(O) = O1 —> Abstr_x(O1) = O2 … . In der Tat zeigt die Erfahrung, dass solche Abstraktionsketten ohne Hilfsmittel, ohne Artefakte, vom normalen Gehirn nicht bewältigt werden können.]
11) Auf den SS.53-75 beschreibt Norman dann anhand einer Reihe von Beispielen (game of 15, ticktacktoe, airline schedules, medical prescriptions, numbers, diagrams) weitere Aspekte von realen Abstraktionen, die gedacht sind, wichtige Eigenschaften von Objekten (O) als Abstr_real(O) zu repräsentieren. Reale Abstraktionen Abstr_real(O), die die Eigenschaften unserer sensorischen Wahrnehmung gut ausnutzen, können leichter verarbeitet werden, als wenn sie diesen entgegen stehen. Dies gilt aber nur dann, wenn die reale Abstraktion mit ihren konkreten Eigenschaften mit den wichtigen Eigenschaften des abzubildenden Objektes (O) gut übereinstimmen.

Fortsetzung folgt mit Teil 5.

LITERATURVERWEISE

Susan Noakes, Timely Reading: Between Exegesis and Interpretation. Ithaca, N.Y., and London: Cornell University Press, 1988. Pp. xv,

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