REDAKTIONELLES – NEUE AUTOREN – THEMENFELDER – KRITERIEN

NEUER AUTOR

1. Aus Anlass eines neuen Autors, der sich aus eigener Initiative in den Diskurs in diesem Blog eingebracht hat, hier einige Bemerkungen, wie sich der Blog aus redaktioneller Hinsicht sieht.

BLICKRICHTUNG DES BLOGS

2. Die Blickrichtung des Blogs ist die der Philosophie auf das Spannungsfeld zwischen dem homo sapiens und der vom Menschen initiierten Kultur und Technik, speziell der Technologie der intelligenten Maschinen. Welche Zukunft hat der homo sapiens auf der Erde, im bekannten Universum, und speziell im Wechselspiel mit den intelligenten Maschinen? Wie müssen wir, die wir Exemplare der Lebensform homo sapiens sind, uns selbst sehen? Welche Bilder beschreiben uns angemessen, welche nicht?

EMPIRISCHE ERKENNTNISQUELLEN

3. Antworten auf diese Fragen bieten nahezu alle wissenschaftlichen Disziplinen, die es zur Zeit gibt. Allerdings ist eine wissenschaftliche Disziplin – wenn sie sich denn wirklich als empirische Wissenschaft versteht – rein methodisch an eine eingeschränkte Sicht auf die Wirklichkeit unter Anwendung ganz bestimmter Methoden gebunden. Dies hat viele Vorteile, aber auch Nachteile. Die Nachteile bestehen darin, dass die erfahrbare Welt als solche eine Einheit bildet, die in sich unfassbar verwoben ist. Die einzelnen Disziplinen können aber nur Fragmente liefern. Dies reicht heute immer weniger. Mit dem immer weiteren Voranschreiten der einzelnen Disziplinen brauchen wir immer dringender auch Blicke auf Zusammenhänge.

INTERDISZIPLINARITÄT IST EIN FAKE

4. Hier gibt es das Zauberwort von der Interdisziplinarität: verschiedene Disziplinen arbeiten gemeinsam an einer Problemstellung. Aus der Nähe betrachtet ist dies aber nur eine Scheinlösung. Wenn Vertreter aus mehreren Einzeldisziplinen A, B, C aufeinandertreffen, entsteht nicht automatisch eine integrierte Sicht V(A,B,C), in der von einem höheren Reflexionsniveau auf diese Einzeldisziplinen geschaut wird. In der Praxis gibt es erst einmal drei Sichten A, B, C, jeder redet auf den anderen ein und hofft, der andere versteht, was man sagt. Das funktioniert aber im Normalfall nicht. Es gibt viel Verwirrung und Frustration und man ist froh, wenn man wieder für sich alleine weiter arbeiten kann. Wenn es dann doch irgendwo leidlich funktioniert, dann nur deswegen, weil die Beteiligten über besonders gute empathische Fähigkeiten verfügen, sich besonders viel Zeit nehmen, die anderen Positionen zu verstehen, und wenigstens eine(r) dabei ist, der irgendwie übergeordnete Gesichtspunkte formulieren kann, ad hoc.

NORMIERTE VORGEHENSMODELLE

5. In der Industrie funktioniert dies nur dann, wenn sich alle auf ein gemeinsames Vorgehensmodell geeinigt haben, das auf allen Ebenen Vorgehensweisen und Ausdrucksmittel normiert hat. Diese Vorgehensmodelle (z.B. in der Art des Systems Engineerings im englischsprachigen Raum) funktionieren aber nur, wenn es Menschen gibt, die 20 – 30 Jahre Berufserfahrung haben, um die Methoden und Begrifflichkeiten zu verstehen, und selbst dann ist das gemeinsame Verständnis sehr fragil: die Verrechnung der komplexen Wirklichkeit in begrifflich normierte Modelle kann aus verschiedenen Gründen nicht funktionieren. Aber die Industrie hat hier in der Regel keine Wahl: sie muss liefern und kann sich nicht auf philosophische Dispute einlassen.

ALTERNATIVE BLOG

6. In diesem Blog ist das anders: der Blog muss nicht liefern. Wir leisten uns hier den Luxus, Fragen als Fragen zuzulassen, und wir erlauben uns, eine Suche zu starten, wenn gesucht werden muss. Die Erfahrung des Scheiterns ist mindestens so wertvoll wie scheinbare Lösungen. Hier muss keine herrschende Meinung bedient werden.
7. Hier geht es nicht um dumpfe Interdisziplinarität, sondern um eine offene philosophische Reflexion auf die Unterschiede der einzelnen Disziplinen und die Frage, wie man die verschiedenen Sichten zusammen bringen könnte. Zeitschriften für einzelwissenschaftliche Höchstleistungen gibt es genug. Hier geht es um die Reflexion auf die einzelwissenschaftliche Leistung und die Frage, wie stehen z.B. biologische, psychologische und soziologische Ergebnisse in einem Zusammenhang? Wie soll man den homo sapiens verstehen, der molekularbiologisch aus kleinen chemischen Maschinen, den Zellen besteht, die sich aber aus Molekülen erst entwickeln mussten, und dann eine wahnwitzige Entwicklungsgeschichte von 3.8 Mrd Jahren bis zu einer Lebensform, die u.a. über die Fähigkeit verfügt, Zeit wahrnehmen zu können, abstrakte Strukturen denken kann, das sich mittels banaler physikalischer Ereignisse (Schall) koordinieren kann, Kultur hervorbringt, Technik? Wie soll man die Fähigkeit des Denkens beschreiben, die neuronale Korrelate zu haben scheint, zugleich aber nur introspektiv direkt erfahrbar ist? Usw.

EUROPÄISCHES SCHISMA

8. Leider gab es in der Kulturgeschichte Europas eine folgenschwere Trennung der Art, dass sich die neu aufkommenden empirischen Wissenschaften in hunderten von Jahren von der Philosophie getrennt haben und auch umgekehrt, die Philosophie diese Trennung mit kultiviert hat, anstatt in den aufkommenden empirischen Wissenschaften die großartige Chance zu sehen, die ihre oft faktenleeren aber methodisch umfassenden Reflexionen unter Einbeziehung der empirischen Wissenschaften anzureichern. Leider gehört es bei vielen sogenannten Philosophen immer noch zum guten Ton, auf die empirischen Disziplinen als geistloses Treiben herab zu schauen; dabei übersehen die Philosophen, dass es genau ihr Job wäre, die fantastischen Ergebnisse der Einzeldisziplinen aufzugreifen, ‚beim Wort zu nehmen‘, und sie in leistungsfähige begriffliche Systeme einzuordnen, die in der Lage wären, diese Vielfalt in einer begründeten Einheit zum Leuchten zu bringen.
9. Die sogenannte Interdisziplinarität ist vor diesem Hintergrund ein andauerndes Ärgernis: es wird so getan, als ob das Zusammensperren von verschiedenen Experten in einen Raum automatisch eine begründete Zusammenschau liefern würde. Eine Unzahl von Forschungsprojekten mit EU-Geldern, in denen Interdisziplinarität erzwungen wird ohne dass man den methodischen und diskursiven Raum mit liefert, ohne dass die Beteiligten eine entsprechende Ausbildung haben, kann davon milliardenschwer künden.

ANDERE UNIVERSITÄTEN

10. Was wir bräuchten wären Universitäten, in denen jeder Studierende einer Einzelwissenschaft grundsätzlich auch lernt, wie man im Rahmen einer Wissenschaftsphilosophie das Vorgehen und das Reden einzelner Disziplinen in einen denkerisch begründeten Zusammenhang einordnen und bewerten kann. Dies würde voraussetzen, dass es Professoren gibt, die über diese Fähigkeiten verfügen und über Lehrpläne, in denen dies vorgesehen ist. Beides gibt es nicht. Der normale Professor an deutschen Universitäten hat von wissenschaftsphilosophischen Konzepten noch nie etwas gehört und aufgrund eines sehr eingeschränkten Effiziensdenkens (und einer leider immer schlimmer werden Konkurrenz um finanzielle Mittel) im universitären Bereich sind solche Lernprozesse nicht vorgesehen. Es ist auch nicht absehbar, dass sich dies in den nächsten 10-20 Jahren grundlegend ändern würde. Dazu müsste es Professoren geben, die das selbst lernen, aber wer soll sie ausbilden?

DER BLOG

11. Dieser Blog steht angesichts der allgemeinen universitären Situation mit seinem Anliegen daher eher alleine dar. Autoren, die einzelwissenschaftliche Erkenntnisse (z.B. in der eigenen Disziplin) in einem größeren Zusammenhang reflektieren, sind wunderbare Ausnahmen. Solche Autoren sind hier willkommen.
12. Mit dem Autor hardbern hat ein weiterer Autor den Mut, den dringend notwendigen Diskurs über den homo sapiens und seine Zukunft auf zu nehmen. Es wäre schön, wenn es weitere solche Autoren geben würde. Natürlich wird sich damit auch der Diskurs außerhalb des Blogs in Form von direkten Gesprächen, Vortragsdiskussionen, Workshops und ähnlichen weiter ausbilden.
13. Der Initiator dieses Blogs, cagent, ist seit 1.April 2017 emeritiert. Dies bietet die Möglichkeit, den Blog nicht nur neben einem vollen Arbeitsprogramm zu betreiben, sondern sich den Inhalten und potentiellen Autoren intensiver zu widmen. Z.B. denkt er darüber nach, künftig gezielt verschiedene ausgewiesene Experten zu den Fragen des Blogs direkt anzusprechen. Philosopisch-wissenschaftliches Denken lebt von der den Menschen eigenen Neugierde, zu verstehen, weil man verstehen will. Es geht nicht um Geld oder Ehre, es geht wirklich um die wahren Bilder der Welt, nicht als einzelwissenschaftliche Splitter, sondern als durch Denken vermittelter Zusammenhang von allem. Wenn das Wissen stirbt, versinken wir im Dunkel.

SPEZIALISIERUNG und INTERDISZIPLINARITÄT – Ein seltsames Paar

Anmerkung: Die folgenden Gedanken wurden angeregt durch ein Gespräch mit einem Kollegen am Mo, 14.Oktober 2013, mittags im Relax,in Frankfurt.

KOMPLEXITÄT UM UNS HERUM

1) Eine entwickelte Gesellschaft ist ein sehr vielschichtiges Gebilde. Ein einzelnes Haus verlangt zu seinem Bau verschiedene Spezialisten; bei großen Bürogebäuden und Wolkenkratzern ist es eine ganze Armada von Spezialisten. Ähnliches gilt für Fahrzeuge, Verkehrsverbindungen, Kanalsysteme, überhaupt Infrastrukturen, für das Management großer Institutionen und Firmen, für die Produktion wissensintensiver Produkte, usw.

MENSCHEN HANDELN MIT WISSEN

2) Doch, wie komplex eine Gesellschaft auch sein mag, die Handlungsknotenpunkte werden bislang noch von Menschen gebildet; Menschen die wahrnehmen, die interpretieren, die planen, die entscheiden, die Ziele formulieren usw. Nennen wir die Gesamtheit der ‚internen Faktoren‘ der handelnden Menschen vereinfachend ihr ‚Wissen‘.

BEGRENZTE KAPAZITÄTEN

3) Obwohl dieses Wissen sich im Laufe des Lebens ‚verändern‘ kann, ist die jeweils ‚aktuelle Verarbeitung‘ sehr begrenzt, endlich. Man kann pro Zeiteinheit nicht beliebig viel an Ereignissen aufnehmen und verarbeiten. Will man dennoch ‚mehr‘ Informationen verarbeiten als der vorhandene Wissensmechanismus (das darunter liegender Gehirn) zulässt, dann kann die Technik des Chunking begrenzt helfen: man führt eine Vielzahl von irgendwie zusammenhängenden Elementen unter einem neuen ‚Namen‘ zusammen. Der Name verbraucht weniger Verarbeitungskapazität, verweist aber auf seine ‚assoziierten Elemente‘.
4) Hierzu wäre sehr, sehr viel im einzelnen zu sagen. Für den aktuellen Zusammenhang ist nur wichtig, dass die Verarbeitungskapazität der Menschen sich im Laufe von Jahrhunderten bislang nur geringfügig — wenn überhaupt — verändert hat. In dem Maße also, in dem sich das ‚Wissen verfeinert‘ und zugleich die Komplexität der erfahrbaren Gesellschaft zunimmt (immer mehr Menschen, immer mehr verschiedene Objekte, immer mehr Abläufe, immer mehr Publikationen, … und das Ganze auch immer schneller) werden die endlichen Verarbeitungskapazitäten der Menschen ‚überlastet‘; er verliert den Überblick bzw. den ‚Zusammenhang‘: es wird immer unklarer, wie die einzelnen Dinge mit den anderen im Zusammenhang stehen.

SPEZIALISIERUNG ALS AUSWEG

5) Will man einem Ideal von ‚Vollständigkeit‘ und ‚Korrektheit‘ (welchem genau? Wie ist es definiert?) genügen, bleibt nur ein Ausweg: ‚Spezialisierung‘ durch Einschränkung auf Teilbereiche. Damit gewinnt man wieder etwas mehr Kontrolle über die Elemente des eingeschränkten Bereiches; andererseits gibt es dann aber auf jeden Fall auch Bereiche, die ‚außen vor‘ bleiben, es sei denn, man vermehrt die Anzahl der Spezialisten. Nehmen wir mal idealisierend an, dass eine menschliche Gesellschaft, in dem Maße, wie sie einschränkt, die Anzahl der Spezialisten vermehrt, so dass kein Bereich außerhalb der Kontrolle verbleibt.
6) Im Grenzfall haben wir dann Spezialisten für einen Bereich A mit Methoden M(A) und einen Bereich B mit Methoden M(B). Per definitionem wissen die Spezialisten von A nichts vom Bereich B und kennen auch nicht die Methoden, und umgekehrt.
7) Aus dem Alltag wissen wir auch, dass wir zunehmend Aufgaben lösen müssen, in denen sich Bereiche A, B, C, … mischen, nicht einfach nur ’nebeneinander‘, sondern in vielfältigsten Wechselwirkungen R1(A,C), R2(B,A), R3(R1(A,C), R2(B,A)) usw. Wenn man jetzt nicht will — und es wäre auch unrealistisch — dass jeder Alles kennenlernt (das war ja vor der Spezialisierung), muss ein Weg gefunden werden, wie die verschiedenen Spezialisten trotz ihrer Spezialisierung irgendwie ‚miteinander‘ kommunizieren und planen können. In einer formalen Theorie zieht man dann eine neue ‚Metaebene‘ ein, in der die Elemente von A und von B jeweils in neuer Form ‚abstrahiert‘ als ‚abstrahierte Elemente‘ vorkommen und man dann auf diese Weise quasi ‚über sich‘ sprechen kann, ohne die Details des anderen Bereiches voll verstehen zu müssen (und verstehen zu können).

INTERDISZIPLINARITÄT IST GEFORDERT

8) Eine solche gemeinsame Metaebene zu M(A) und M(B) gibt es aber nicht automatisch. Sie muss von allen Beteiligten konstruktiv ‚erarbeitet‘ werden. Das moderne Systemsengineering ist ein Beispiel für solch ein Vorgehen. Im Systemsengineering wurden allgemeine Prozessmodelle erarbeitet, in denen es unterschiedliche Rollen für Akteure gibt, bestimmte Interaktionsmuster, die nicht auf die Besonderheiten eines Bereichs eingehen, sondern nur auf die Art und Weise, wie Spezialisten miteinander interagieren sollten, damit sie gemeinsam eine Lösung finden können unter Befolgung allgemeiner Richtlinien.
9) Da wir seid Hilbert, Goedel und Turing wissen, dass es selbst im Bereich der rein formalen Systeme keine völlig abschließbaren Systeme gibt — geschweige denn im Bereich des Biologischen oder des Gesamtphysikalischen –, ist der Bezug auf eine einzelwissenschaftliche Domäne sowieso ein Kompromiss mit der Wirklichkeit, der nur durch gleichzeitige Bejahung des je größeren Ganzen akzeptiert werden kann.

INTERDISZIPLINARITÄT IST KEIN AUTOMATISMUS

10) Die Alltagserfahrung zeigt, dass die Fähigkeit zum interdisziplinären Arbeiten sich NICHT automatisch ergibt. Interdisziplinär zu arbeiten erfordert neben den fachlichen Kenntnissen ein hohes Maß an Selbstreflexion, Empathie und psychologische Balance und muss genauso mühsam gelernt werden wie alle anderen Fähigkeiten auch. Und wie generell das Vorkommen jeder Fähigkeit in einer Gesellschaft einer Normalverteilung (‚Glockenkurve‘) unterliegt, so gibt es auch nur wenige Menschen, die genügend Fähigkeiten besitzen, solche komplexen interdisziplinären Aufgaben wahrnehmen zu können.
11) Es deutet sich an, dass die Zunahme an Spezialisierung nur dann nicht in eine moderne Form von gesellschaftlicher Agonie führt, wenn parallel dazu die Fähigkeit interdisziplinär zu arbeiten verbunden mit der Entwicklung geeigneter interdisziplinärer Methoden im notwendigen Umfang mit entwickelt und ausgebaut wird. Ich habe selbst schon erlebt wie mit summa cum laude Promovierte im Rahmen von Teams und Aufgaben weitgehend versagt haben. Sie waren nicht in der Lage, ihre eigene Position als Teil eines Netzwerkes von Positionen zu erkennen, zu reflektieren und konstruktiv einzubringen; das Ergebnis war Paralyse, Stillstand, emotionaler Stress, Mobbing, Scheitern.

NOCH MEHR KOMPLEXITÄT

12) Die Entwicklung von mehr und leistungsfähigeren interdisziplinären Vorgehensmodellen verbessert einerseits die Problemlösungskapazität einer Gesellschaft, zugleich erhöht sich aber auch unweigerlich die Komplexität. Es stellt sich die Frage, wie weit kommen wir als Menschen mit unseren aktuellen Wissensstrukturen? Vermutung: wenn wir unsere menschlichen Wissensstrukturen (Gehirn, Körper) nicht substantiell ändern können (Genetisch, durch Prothesen, …) dann gibt es sehr bald eine endliche obere Schranke von Prozessen, die wir noch einigermaßen fehlerfrei managen können. Jenseits dieser realen endlichen Grenze erzeugen wir mehr Fehler als Lösungen. Gemessen an der universellen Aufgabe, das ‚Leben‘ auf der Erde über den absehbaren Wärmetod durch die Aufblähung der Sonne hinaus zu bewahren dürfte die aktuelle Leistungsfähigkeit möglicherweise zu gering sein.
13) Kulturtechnisch gibt es ja seit den 40iger Jahren des 20.Jahrhunderts programmierbare (und prinzipiell selbst lernende) Maschinen, die rechnen können (Computer). Angeregt durch die potentiellen Möglichkeiten von Computer bildete sich eine Arbeitshypothese heraus, dass die Computer irgendwann die Menschen ersetzen können und werden (Singularity Hpothese, Transhumanismus)(Dazu gab es auch einen früheren Blogeintrag) . Dies ist eine interessante Arbeitshypothese, doch sind viele wichtige Begriffe in diesen Überlegungen noch nicht hinreichend geklärt.

COMPUTER, TRANSHUMANISMUS

14) Ich persönlich sehe das ‚biologische Leben‘, den ‚Geist in allem‘ sowie die ‚Computer‘ als Produkte des Biologischen Lebens weniger gegenläufig sondern als drei verschiedene Momente einer einzigen Wirklichkeit, die sich emergent entfaltet. So großartig die Leistungen der biologischen Wissenschaften einschließlich Molekularbiologie, Genetik, Biochemie usw. im einzelnen bislang waren, so wenig ist es ihnen bislang gelungen, die Gesamtzusammenhänge als Eigenschaften eines quantenphysikalischen Raumes sichtbar zu machen, der wiederum über sich selbst hinaus weist. Die Summe ist immer mehr als ihre Teile; aber dazu braucht man eine geeignete Sprache, die man mühsam ‚erfinden‘ muss; von alleine ist sie nicht da. Und das schiere ‚einfach nicht darüber Nachdenken‘ — als eine Form von Denkverweigerung — ist kein fruchtbarer Boden für neue Erkenntnisse.

Eine Übersicht über alle bisherigen Blogbeiträge nach Titeln findet sich HIER