ROUNDUP ALS ÖKOZID?… es betrifft uns alle, weltweit, und ist nachhaltig gefährlich

Journal: Philosophie Jetzt – Menschenbild
ISSN 2365-5062, 7.Okt. 2017
URL: cognitiveagent.org
cagent
cagent@cognitiveagent.org

ÜBERSICHT

Eine außergewöhnlich gut recherchierte — und beeindruckende — Dokumentation zu den umfassend negativen Wirkungen von Glyphosat und Roundup (vertrieben von Monsanto) und wie die politischen Instanzen sich bislang einem klarenVerbot verweigern. Die Ausmaße des Problems wird von immer mehr Fachleuten als ‚Ökozid‘ klassifiziert, weltweit!

SENDEDATEN

Sendetermine war: Dienstag, 17. Oktober um 20.15 Uhr

Online verfügbar vom 17. Oktober bis zum 16. Dezember 2017

Aktualisierung 22.10.2017: der Link zu diesem Film wurde von arte stillschweigend abgesetzt!!! Welche Gedanken kommen einem dann. Die Abstimmung im EU Parlament findet am 25.10.2017 statt. Die deutsche Kanzlerin ist für Monsanto (soll von Bayer gekauft werden. Bayer ist ein deutscher Großkonzern …)???

Falscher Alarm? Link funktioniert wieder.

Regie: Marie-Monique Robin
Land: Frankreich
Jahr: 2017
Herkunft: ARTE F

AUF DER WEBSEITE VON ARTE

Roundup^{R} ist unter diesem und anderen Markennamen das weltweit am meisten gespritzte Pflanzenschutzmittel. Vierzig Jahre nach dessen Markteinführung wurde sein Wirkstoff Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen eingestuft. Vor dem Hintergrund der in der Europäischen Union anstehenden Entscheidung über ein Glyphosat-Verbot geht die Doku dem Skandal auf den Grund.

Allein 2014 wurden 825.000 Tonnen des starken Unkrautvernichters Glyphosat auf Feldern und in Gärten ausgebracht. Die Besorgnis hinsichtlich der Gefahren, die von dem weltweit meistgespritzten Pflanzenschutzmittel ausgehen, ist groß. Zumal die Internationale Agentur für Krebsforschung Glyphosat im März 2015 als wahrscheinlich krebserregend für den Menschen einstufte und damit zu einem ganz anderen Schluss kam als die großen amerikanischen und europäischen Gesundheitsbehörden, die Monsantos Roundup^{R} und dessen Wirkstoff Glyphosat als ungefährlich bezeichneten.

Anknüpfend an ihren investigativen Dokumentarfilm ‚Monsanto, mit Gift und Genen‘ aus dem Jahr 2008, zeigt die Autorin Marie-Monique Robin in ihrem neuen Film, dass Roundup^{R} noch gefährlicher ist als bisher befürchtet: Der ‚Allestöter‘ – so der Beiname des Produkts im Spanischen – macht krank und vergiftet Böden, Pflanzen, Tiere und Menschen, denn er ist überall anzutreffen: im Wasser, in der Luft, im Regen, in der Erde und in Lebensmitteln. Außerdem ist Glyphosat nicht nur krebserregend, sondern auch eine hormonaktive Substanz, ein starkes Antibiotikum und ein Chelatbildner, der Spurenelemente bindet.

Der Film enthüllt die katastrophalen Folgen dieser Eigenschaften und zeigt aufwühlende Bilder von Opfern in den USA, Argentinien, Frankreich und Sri Lanka; auch zahlreiche Wissenschaftler kommen zu Wort. Roter Faden des Dokumentarfilms ist der symbolische Prozess vom Oktober 2016 in Den Haag: Beim internationalen Monsanto-Tribunal klagte eine Bürgerinitiative den Saatgut-Multi in dessen Abwesenheit auf Ökozid und Verbrechen gegen die Menschlichkeit an. Ergebnis des Prozesses ist ein hieb- und stichfestes Rechtsgutachten, das möglicherweise dazu führen wird, dass ‚Ökozid‘ als Tatbestand im internationalen Recht Anerkennung findet.

Die Wirkungsweise von Roundup wird vor allem in der zweiten Hälfte erläutert. Nach diesen Wirkprinzipien wird klar, warum die chemische Struktur von Roundup nachhaltig ganze Ökosysteme zerstören kann: die Welt der Bakterien, die Welt der Pflanzen, die fressenden Tiere, die Menschen, die diese Tiere essen (und das Gift auch sonst über die Umwelt aufnehmen können). Die Wirkungen sind maximal katastrophal. Die Menge der Betroffenen weltweit ist unfassbar konkret und umfassend.

Menschen haben die ungewöhnliche Fähigkeit, Fakten sowohl verleugnen zu können wie  auch sie aufzugreifen…

Song zum Film

Über cagent

Bin Philosoph, Theologe, Kognitionswissenschaftler und hatte seit 2001 eine Vertretungsprofessur und ab 2005 eine volle Professur im Fachbereich Informatik & Ingenieurswissenschaften der Frankfurt University of Applied Sciences inne. Meine Schwerpunke ab 2005 waren 'Dynamisches Wissen (KI)', 'Mensch Maschine Interaktion (MMI)' sowie 'Simulation'. In dieser Zeit konnte ich auch an die hundert interdisziplinäre Projekte begleiten. Mich interessieren die Grundstrukturen des Lebens, die Logik der Evolution, die Entstehung von Wissen ('Geist'), die Möglichkeiten computerbasierter Intelligenz, die Wechselwirkungen zwischen Kultur und Technik, der mögliche 'Sinn' von 'Leben' im 'Universum'. Ab 1.April 2017 bin ich emeritiert. Neben ausgewählten Lehrveranstaltungen (z.B. 'Meditation als kulturelle Praxis' und 'Kommunalplanung und Gamification. Labor für Bürgerbeteiligung') arbeite ich zunehmend in einem integrierten Projekt mit Theorie, neuem Typ von Software und gesellschaftlicher Umsetzung. Die einschlägigen Blogs sind weiter cognitiveagent.org, uffmm.org sowie oksimo.org