Philosophie, Wissenschaft, Mystik. Eine Baustelle

Journal: Philosophie Jetzt – Menschenbild
ISSN 2365-5062, 20. Dezember 2020 – 1.Januar 2021
URL: cognitiveagent.org, Email: info@cognitiveagent.org
Autor: Gerd Doeben-Henisch (gerd@doeben-henisch.de)

KONTEXT

(Letzte Änderung: 20.12.2020)

Die Themen Philosophie, Wissenschaft und Mystik kommen in diesem Blog sehr häufig vor; letztlich markieren sie die wesentlichen Koordinaten des Denkraums, der in diesem Blog aufgespannt wurde. Nicht so häufig, eher selten, sehr selten, kam es in der Vergangenheit zu direkten Verschränkungen aller drei Koordinaten. Zuletzt und am intensivsten vielleicht in dem Kongressbeitrag Kann Mystik rational sein? vom 26.Oktober 2019. Dass diese spezielle Themenverschränkung seit den Anfängen des Blogs im Dezember 2009 andauerte verweist einmal auf den Autor selbst, auf mich, andererseits aber auch auf Kontexte des Autors. In den letzten vier Jahren spielte hier eine besondere Lehrveranstaltung eine wichtige Rolle. Ihr Titel war Meditation als kulturelle Praxis. Angeregt durch den damaligen Präsidenten der Frankfurt University of Applied Sciences [FUAS] Frank Dievernich sowie dem Kanzler Reiner Frey durfte ich zusammen mit Ihnen ein Team bilden, um diese Lehrveranstaltung im Rahmen des Studium Generale im Sommersemester 2017 zu starten. Als langjährig Lehrender an der FUAS mit vielen interdisziplinären Lehrveranstaltungen konnte ich das Lehr-Konzept mit einbringen und durfte es dann im weiteren Verlauf bis zum Wintersemester 2020/1 einschlieslich begleiten. Aus Zeitgründen musste Frank Dievernich seinen Part zum Ende des SS2017 leider wieder abgeben. Glücklicherweise konnte wir im WS2017/18 Nicole Küchler-Stahn für das Modul gewinnen und ab SS2018 kam Julia Lademann zum Team. Zu diesem Zeitpunkt war dieses Modul das einzige seiner Art an Deutschen Universitäten. Im Gegensatz zu einer großen Zahl von Veranstaltungen im Umfeld des Mainstream-Themas Meditation legten wir nicht nur Wert auf die praktische Gestaltung sondern auch auf die Theoretische Dimension des Themas Meditation und es war uns wichtig, dass dies ein normales Lehrmodul war wie alle anderen Module.

Konzept des Lehrmoduls Meditation als Kulturelle Praxis an der FUAS von SS2017 – WS2021. Im SS2017 Gab es statt des Themas Gesndheitswissenschaften, Yoga und Meditation das Thema Wirtschaft und Meditation.

Ohne auf die Details dieses Lehrmoduls weiter einzugehen (für mehr Informationen siehe [1]) möchte ich hier nur hervorheben, dass es nicht zuletzt auch die kontinuierliche Herausforderung dieses Moduls war, insbesonere die Konkretheit im Gegenüber zu den Studierenden, aber auch zu meinem Kollegen Reiner Frey und der Kollegin Julia Lademann, die Fragen aufwarf, die ich sonst, im Alltag, vielleicht nicht so direkt und konkret weiter verfolgt hätte. Dazu kamen zwei Kongresse, die wir in diesem Zusammenhang veranstalten konnten. Es war für mich vor allem der zweite Kongress im Herbst 2019, der mich herausforderte, da ich meinen Beitrag mutig unter das Thema Kann Mystik rational sein? gestellt hatte, ohne zu wissen, wie die Antwort ausfallen würde.(siehe: [2])

BEWUSSTWERDUNG – PHILOSOPHIE

(Letzte Änderung: 1.1.2021)

… Das Ich zeigt sich am Anderen. Festes im Fließenden. Konkretes und Allgemeines. Zufall und Muster. Erinnerung als Befreiung vom Jetzt. Schall mit Bedeutung. Ich denke. Wahrheit. Geist. Bewusstsein als Gefängnis. Wirksame Verschränkungen: strukturell-biologisch, strukturell-semantisch, strukturell-gesellschaftlich, digital, …

DIE GROSSEN TRANSFORMATIONEN

(Letzte Änderung: 1.1.2021)

… Die Erde hat eine Geschichte. Die Erde im Universum. Das Ereignis des Lebens im Nirgendwo. Das Leben als galaktischer Supercomputer. Homo sapiens nach 3.8 Milliarden Jahren Entwicklungsleistung. Verschränkung als Dimension der Entwicklung über Komplexität hinaus, …

HOMO SAPIENS – KIPP-PUNKT DER EVOLUTION

(Letzte Änderung: 1.1.2021)

… Ein Hoffnungsträger ohne Hoffnung. Ein galaktisches Genie in einer Wolke von Dummheit. Eine Freiheit, die vor sich hintaumelt. Chance Vielfalt als Bedrohung. Die Kunst der nachhaltigen Verschränkung: materiell, psychisch, gesellschaftlich, semantisch, wissensmäßig, Leitgedanken, prozesshaft, …

UNIVERSUM DES SINNS

(Letzte Änderung: 1.1.2021)

… Die eine Welt als Sinfonie von vielen Welten. Sinn im Kleinen wie im Großen. Welchem Sinn öffnen wir uns? …

UNBEKANNTE ZUKUNFT?

(Letzte Änderung: 1.1.2021)

… Die Gegenwart strömt in die Körper, die Gehirne machen daraus Vergangenheit. In der Erinnerung erwächst Differenz, zeigt sich virtuelle Zeit. Virtuelle Zeit erlaubt sowohl die Rekonstruktion der vergangenen Zeit wie auch von Gestalten einer Welt, die es noch nicht gibt: mögliche virtuelle Zukünfte. Die Gehirne und Körper (mit ihren Genen) sind realer Teil eines realen Prozesses. Unsere virtuellen Zukünfte können durch den Körper auf den realen Prozess einwirken. Was entsteht aus allem? Können wir nur zerstören? Welche Zukunft ist möglich? Wann fangen wir an, ernsthaft miteinander zu reden, statt uns gegenseitig zu quälen, uns umzubringen, und das Wunder des Lebens im großen Stil zu zerstören?…

Jede Frage entsteht in ihrem spezifischen Frageraum. Die Antwort kann jenseits dieses Raumes liegen, in den Bedingungen dieses Raumes. In den letzten 100 – 350 Jahren hat die Menschheit angefangen, mehr und mehr Aspekte ihrer eigenen Bedingtheit sichtbar zu machen. Dies verschiebt viele alten vertrauten Bilder. Die meisten alten Werte passen nicht mehr, behindern uns. Die neuen Bilder haben aber noch keine wirklich integrative Kraft entfaltet, wirken aufgesplittert, werden instrumentalisiert für Partikular-Interessen… nachhaltige Verschränkung geht anders …

MYSTIK: DAS ANDERE ANDERE

(Letzte Änderung: 1.1.2021)

… Das Ich und das Andere lernen sich kennen. Außerhalb des Körpers und innerhalb des Körpers. Emergenz durch Komplexität und Verschränkungen. Veränderung durch Energie. Das Andere zum bekannten Anderen: Es passiert, ohne eine Vorleistung von uns, schon immer, auch jetzt, und …. Freiheit, Liebe, Wissen … sind Erscheinungsweisen des Anderen Anderen … das grundlegende Mehr zu Allem … die notwendigen Verschränkungen des möglichen zukünftigen Lebens sind keine Automatismen. Sie verlangen nachhaltige Emotionen, solche die im Anderen Anderen verankert sind ….

LEBENS-MATRIX

(Letzte Änderung: 1.1.2021)

Zukunft braucht gemeinsame Hoffnung; Miteinander braucht Liebe; Wissen braucht Forschung; Handeln braucht Training und reale Welt; Energie-Materie … Ziel ist das Leben, in dem alles nachhaltig seinen Platz hat… im Universum und darüber hinaus … der einzelne alleine vermag dies nicht; es braucht viele neue Formen von Verschränkungen, die alles integrieren und doch maximale Freiheit ermöglichen, … die ca. 137 Billionen (10^12) Zellen, die unseren Körper samt Darmflora bilden, haben ca. 3.5 Milliarden (10^9) Jahre gebraucht, um ihre aktuelle Form der Verschränkung zu finden. Bislang übersteigt dieses biologische Wunder unser Verstehen noch deutlich. Wir als homo sapiens haben ca. 200.000 bis 300.000 Jahre gebraucht, um unsere heutigen Verschränkungen mittels Handeln und Sprache in vielen Bereichen zu entwickeln: Ernährung, Miteinander, Technik, Medizin, Wissen, … Die letzten 100 Jahren wirken wie eine Explosion, aber der Gesamtzustand wirkt nicht überzeugend. Entscheidende Bestandteile scheinen zu fehlen… alleine zu wissen ist wichtig, aber nur miteinander Wissen führt weiter, miteinander Fühlen … Sekten, Verschwörungs-An

Universelles Postskript: Sage mir bitte Bescheid, wenn Du angekommen bist …

QUELLENNACHWEISE

[1] Die Anfänge dieses Moduls samt dem ‚Zeitgeist‘ wurden beschrieben in dem Buch: Frank E.P.Dievernich, Gerd-Dietrich Döben-Henisch, Reiner Frey, Bildung 5.0: Wissenschaft, Hochschulen und Meditation. Das Sebstprojekt, Verlag: Beltz Juventa, Weinheim (DE), 2019

[2] Gerd-Dietrich Döben-Henisch, Kann Mystik rational sein?, in: Reiner Frey (Ed.), Meditation und die Zukunft der Bildung, Verlag: Beltz Juventa, Weinheim (DE), 2020, SS.108-123

DER AUTOR

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Über cagent

Bin Philosoph, Theologe, Kognitionswissenschaftler und hatte seit 2001 eine Vertretungsprofessur und ab 2005 eine volle Professur im Fachbereich Informatik & Ingenieurswissenschaften der Frankfurt University of Applied Sciences inne. Meine Schwerpunke ab 2005 waren 'Dynamisches Wissen (KI)' und 'Mensch Maschine Interaktion (MMI)'. In dieser Zeit konnte ich auch an die hundert interdisziplinäre Projekte begleiten. Mich interessieren die Grundstrukturen des Lebens, die Logik der Evolution, die Entstehung von Wissen ('Geist'), die Möglichkeiten computerbasierter Intelligenz, die Wechselwirkungen zwischen Kultur und Technik, der mögliche 'Sinn' von 'Leben' im 'Universum'. Ab 1.April 2017 bin ich emeritiert. Neben ausgewählten Lehrveranstaltungen (z.B. 'Meditation als kulturelle Praxis' und 'Kommunalplanung und Gamification. Labor für Bürgerbeteiligung') widme ich mich weiterhin der Fertigstellung eines Buches zum integrierten Engineering (uffmm.org), zur Erstellung einer SW-Plattform für diese Theorie als Anwendung für eine 'Experimentelle generative Kulturanthropologie' (uffmm.org) und der Weiterentwicklung meines philosophischen Ansatzes (cognitiveagent.org).

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