Autor: Gerd Doeben-Henisch
Datum: 29.Dezember 2025 – 29.Dezember 2025
Kontakt: cagent@cognitiveagent.org
Notiz
Wir schreiben Montag, den 29.Dezember 2025.
Die letzte Notiz in diesem Blog stammt vom 16.Juni 2025.
Jenseits der asymmetrischen Mensch-KI Symbiose: Was machen wir jetzt, als Menschen: warten wir einfach ab bis wir uns selbst verschrotten oder wollen wir doch von unserem Potential Gebrauch machen?
Ende und Anfang
Aus diesem letzten ‚Lebenszeichen‘ kann man entnehmen, erahnen, dass ich mich als Mensch und Philosoph (und Informatiker, und Theologe, und …) auf ein Experiment eingelassen habe, mit einem dieser neuen ‚Chatbots‘, dem ‚Frontend‘ einer sogenannten ‚generativen Künstlichen Intelligenz (genKI)‘, hier ChatGPT (zuerst Version 3.5, mittlerweile 5.2), und später auch mit dem Chatbot Claude opus 4.5.
Nach fast drei Jahren dialogischem Experiment mit vielen ‚Hochs und Tiefs‘, ist Ende November ein kleines Büchlein entstanden [1], das sowohl einen vorläufigen Endpunkt markiert, als auch den Beginn zu etwas Neuem.
Vom Alltag
Dieser Blog ‚Philosophie Jetzt: Auf der Suche nach dem neuen Menschenbild‘ lebte von Anfang an von dieser speziellen inneren Unruhe, eine Antwort zu finden auf die vielfältigen schillernden Eindrücke eines ‚Alltags‘, der den Eindruck erweckt, ‚immer schon da zu sein‘, irgendwie ‚unverrückbar‘, als ein Stück ‚Schicksal‘, für uns, für mich gemacht, ohne Alternative. Wir alle nur als ‚Passagiere‘ auf diesem ‚Schiff Alltag‘, dazu verdammt, abwarten zu müssen, wohin dieses Schiff fährt.
Natürlich habe ich – wie so viele andere – im Laufe des Lebens erleben dürfen, wie sich der scheinbar so übermächtige Alltag doch ändern kann, in so vielen kleinen scheinbar unscheinbaren Dingen; durch Todesfälle, durch Umzüge der Eltern, durch neue Orte mit neuen Menschen, durch neue Rollen, die einem die Umgebung zuweist, durch das Eintauchen in Bücher, viele Bücher … kurzum: es war erfahrbar, dass der scheinbar ‚unveränderliche Alltag‘ sehr wohl veränderlich war, sehr wohl immer neue Formen, Gestalten annehmen konnte, und dass man selbst, ich selbst, dazu beitragen kann, dass solche Veränderungen stattfinden.
Nicht zuletzt war es auch dieser Blog selbst — das immer wieder neu Aufschreiben von Gedanken und Gefühlen, der Dialog mit Texten anderer Menschen –, der mir geholfen hat, die vielen verschiedenen Gesichter des Alltags zu bemerken, die impliziten Veränderungen darin, aber auch das ‚Geheimnis von Strukturen‘ in diesem Strom der Bilder, alles irgendwie doch eher ein ‚Werden‘, eine ‚Abfolge‘ von Eigenschaften, Zuständen, Handlungen, Erlebnissen …
Jenseits des Alltags
Dramaturgie des Lebens
Und, ja, letztlich war es nur eine Frage der Zeit, bis diese ‚unruhige, getriebene Suche‘ nach dem ‚Sein im Werden‘, nach dem ‚Sinn des Ganzen‘, nach dem ‚Ich in all dem‘, nach dem ‚Du des anderen‘, …. auf jene Strukturen stoßen würde, die jede Form von menschlichem Alltag überlagern, durchdringen, ihn letztlich erst ermöglichen. Es waren diese großen, ja gewaltigen Bilder des ‚Lebens‘, das inmitten des scheinbar grenzenlosen Universums’ aus dem ‚Nichts des Unbelebten‘ mit einem Mal einfach ‚da‘ war. Vor ca. 3.5 Milliarden Jahren fing es an, sich zu ‚regen‘, fing es an, den toten Planeten Erde auf eine neue Weise zu verwandeln. Bis heute ist dieses Ereignis so ungeheuerlich, und doch spielt es im ‚Bewusstsein des normalen Alltags‘ so gut wie keine Rolle.
Die ‚Dramaturgie des Erscheinens des Lebens auf dem Planet Erde‘ sprengt alle Kategorien, über die wir in unserem Denken normalerweise verfügen; wie auch, wir sind ‚Produkte‘ dieser Dramaturgie, ‚Ergebnisse‘, ‚Folgezustände‘ … warum und wie sollten wir dies überhaupt verstehen können?
… und hier beginnt das nächste große Wunder: wir können tatsächlich verstehen, was hier passiert ist und noch weiter passiert. Wir können dies nicht ‚einfach so‘, nicht als ‚passive Passagiere auf dem Schiff des Alltags‘, nicht durch bloßes ‚Abwarten‘, … die bislang rekonstruierte Geschichte des Lebens auf diesem Planet Erde, speziell die letzten ‚Sekunden der vielen Milliarden Jahre‘ haben sichtbar werden lassen, dass wir Menschen als das ‚bislang letzte Produkt dieses Lebens‘ über die schier unfassbare Fähigkeit verfügen, nicht nur Fragmente unseres Alltags ‚in unseren Köpfen‘ individuell zu komplexen Bildern vom ‚Werden im Alltag‘ zusammen zu bauen, wir verfügen auch über das ‚Wunder einer Sprache‘, die es uns möglich macht, die ‚Bilder in unserem Kopf‘ zu Teilen mit anderen Menschen zu ‚teilen‘, ‚auszutauschen‘, was uns wiederum befähigt, unser Tun als einzelne zeitweise ‚zusammen zu führen‘, zu ‚koordinieren‘, über viele Zeitpunkte hinweg, so dass ‚Strukturen sichtbar werden‘, so dass ‚Werke entstehen‘, die alles übertreffen, was jeder einzelne alleine ‚für sich‘ tun kann.
Inmitten des ‚schieren Nichts‘ im umgebenden Universum sprengt alleine dieses alles, was man sich denken könnte.
Zurück im Alltag
Das Unfassbare ist, dass wir Menschen als Teil des größeren Lebens über jene Fähigkeiten verfügen, etwas ‚Neues‘ zu denken und etwas ‚Neues zu tun‘ … Wann im Alltag erfahren wir davon? Wann im Alltag reden wir davon? Wann im Alltag reißt uns die Begeisterung über dies ‚kosmische Wunder‘ aus unserem ‚Trott‘ heraus?
Alle reden heute über ‚Künstliche Intelligenz (KI)‘, überall, immer, auf allen Kanälen. KI ist ein Produkt der Menschen, ein Produkt von uns. Sie ist extrem primitiv. Sie kann nahezu nichts von all den unfassbaren Dingen, die im ‚Nichts des Universums Leben‘ hervorgebracht haben. Ja, KI kann uns Menschen helfen, eine Hilfe, die wir tatsächlich brauchen, aber ohne Menschen sind die bis heute bekannten KI unfassbar einfach und ihnen fehlt alles, was für eine Zukunft des Lebens auf diesem Planeten und in diesem Universum wichtig ist.
Zombie-Menschen
Es gibt ‚materiell reiche Menschen‘, deren einziger Traum darin besteht, sich mit Hilfe von KI von all den anderen ‚lästigen Mitbürgern‘ zu befreien; diese schränken nur ein, sie erzeugen nur Kosten; für die Autokraten dieser Welt sind Menschen nur eine andere Form von ‚Müll‘ … so kommen sie zumindest rüber.
Soll das größte Wunder des bekannten Universums wirklich durch solche ‚Zombie-Menschen‘ einfach so ‚zu Grunde‘ gehen?
Freiheit
‚Freiheit‘ ist so ein Wort, häufig reklamiert, häufig verachtet, von vielen verlacht, … unsere modernen Kenntnisse der Energie-Materie, aus der alles Bekannte besteht, zeigt klar, dass ‚Freiheit‘ eine Grundeigenschaft aller Energie-Materie ist, und diese ‚Freiheit‘ manifestiert sich über alle Komplexitätsstufen dieser Energie-Materie bis in jedes Lebewesen hinein, auch im Menschen. Wir sind sozusagen ‚von Natur aus mit Freiheit ausgestattet‘: jeder einzelne Mensch kann in jedem Moment unfassbar ‚böse‘ sein und zugleich unfassbar ‚gut‘. Das ist unser Potential. Die Geschichte liefert dazu das Anschauungsmaterial.
Was machen wir damit?
Wollen wir uns überhaupt verstehen?
Letztlich müssten wir alle zusammen ‚das Buch des richtigen Lebens‘ schreiben … jeder einzelne Autor kann nur ein wenig vor sich hin stammeln.
Aber ja, dieses ‚vor sich hin stammeln‘ einzelner Menschen als Teil der größeren Gemeinschaft konnte bisweilen immerhin helfen, das ‚Bild des je größeren Wunders‘ ein wenig mehr sichtbar zu machen … aber nur, wenn andere mithören, mitlesen, mitdenken, mitleben …
Ende der Notiz