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INKARNATION im Kontext von Leben und Universum – Notiz

Autor: Gerd Doeben-Henisch

Datum: 2.April 2026 – 2. April 2026

Kontakt: cagent@cognitiveagent.org

Inkarnation 0

Das Wort ‚Inkarnation‘ ist ein zentraler Begriff der christlichen Theologie.

Mit dem Begriff der ‚Inkarnation‘ wurde versucht, das abstrakte Verhältnis zwischen der ‚Existenzweise Gottes‘ (Deus, theos, …) und der ‚Existenzweise eines Menschen‘ (Jesus von Nazareth) annähernd zu beschreiben.

Da von der ‚Existenzweise Gottes‘ konkret nahezu nichts bekannt war und auch die Existenzweise von Menschen in der Zeit der ersten Jahrhunderte nach dem Tode Jesu nahezu nichts bekannt war, ist als ‚realer Bezugspunkt‘ des Worts ‚Inkarnation‘ kaum mehr greifbar als die ‚Intention‘, zum Ausdruck zu bringen, dass der Mensch Jesus von Nazareth ‚irgendwie‘ zugleich auch doch ‚Gott‘ war/ ist. Da, wie gesagt, die Existenzweise Gottes nahezu unbekannt ist, vereinigen sich in dieser Charakterisierung von Inkarnation zwei Unbekannte zu einer neuen Unbekannten.

Inkarnation 2000

Ungefähr 2000 Jahre später nach diesen frühen Deutungsversuchen des Begriffs ‚Inkarnation‘ haben sich im kulturellen Wissen der Menschheit Strukturen und Prozessformen im Kontext des Phänomens ‚Leben auf dem Planet Erde‘ sowie ganz allgemein ‚Materielles Universum als Niederschlag von Energie‘ ausgebildet.

Während dem theoretischen Konzept ‚Energie‘ nur ‚indirekt‘ fassbare Bedeutungen zugeschrieben werden können, sind die ‚materiellen Strukturen des Universum‘ konkret fassbar, bis zu einem gewissen Grad messbar.

Auffällig ist hier das Phänomen, dass jene materielle Strukturen, die ‚homo sapiens‘ genannt werden, nicht nur durch und durch ‚materiell‘ und als solche aber auch aus Energie hervor gegangen sind, sondern diese verfügen über die ‚Eigenschaft‘, dass sie die ‚materielle Strukturen‘ samt deren ‚Dynamik‘ ansatzweise ‚abstrakt Repräsentieren‘ und ‚Symbolisieren‘ können. Anders formuliert: die scheinbar — fast — unendlichen Strukturen und Dynamiken des Phänomens Universum mit dem homo sapiens als Teil‘ können diese scheinbar ‚unfassbaren Strukturen und Prozesse des Universums‘ in kleine, überschaubare, fast endliche Strukturen und Prozesse abbilden!

‚Vermittelt‘ durch diese ‚repräsentierenden Strukturen und Prozesse‘ kann der homo sapiens ziemlich direkt auf die Struktur und die Prozesse des Universums ‚Rückwirken‘.

Neuinterpretation von ‚Inkarnation‘

Bis zu einem gewissen Grad verfügen alle ‚Formen des Lebens‘ außerhalb des homo sapiens auch über die Fähigkeit des ‚Repräsentierens‘ und ‚Rückwirkens‘, aber nicht in dieser direkten Mächtigkeit wie der homo sapiens.

Bringt man den sehr unbestimmten Begriff ‚Gott‘ in die Nähe des ansatzweise erkennbaren Begriffs ‚Energie‘, und bringt man den sehr unbestimmten Begriff ‚Inkarnation‘ in die Nähe des Begriffs ‚Materialisierung von Energie‘, dann kann man die ‚Transformation der konkreten Materie in ‚Abstraktionen‘ und deren ’symbolische Umformungen‘ als eine Form von ‚Offenbarung‘ verstehen, in welcher die gesamte Wucht der Energie-zu-Materie-Werdung ansatzweise ‚aufscheint‘.

Wie wir heute wissen, besteht der ‚innere Kern‘ aller Energie und auch aller aus Energie hervorgehenden ‚materiellen Verdichtung‘ aus einem ungreifbaren Kern von ‚Nicht-Determiniertheit‘, welchen man mit dem Begriff ‚Freiheit‘ versuchsweise annähern kann.

Diese unglaubliche Dichte von Freiheit lässt jederzeit alles zu. Je konkreter allerdings eine materielle Struktur ist, umso eher können konkrete Umstände die ‚mögliche Dynamik‘ der konkreten Struktur einschränken. Da aber keine konkrete Struktur über eine ‚absolute Existenz‘ verfügt, sondern nur über eine ‚vorübergehende Existenz‘ als Teil eines ‚Prozessgeschehens‘, welche letztlich in Energie gründet, die keinerlei absolute Begrenztheit kennt, ist jede Form von ‚materieller Begrenztheit‘ nur ein ‚vorübergehender Zustand‘.

Dies verweist auf jene ‚große Bewegung‘ welche von der ‚Unendlichkeit der Energie‘ über das Konkrete, Endliche ‚immer mehr‘ zu einem ‚Mehr‘ wird, welches das ‚Treibende‘ in all den ‚konkreten Prozessen‘ des Materiellen ’sichtbar‘ macht.

‚Prozess‘ wird hier verstanden als ‚Form von Unendlichkeit‘ im ‚Endlichen‘.

ENDE DER NOTIZ